Die Unterhaltsreinigung einer Schule kostet marktüblich zwischen 0,80 und 4,00 Euro pro Quadratmeter und Monat netto: Am unteren Ende stehen Flächen, die einmal pro Woche gereinigt werden, am oberen Ende Schulen, deren Klassenräume an jedem Schultag gereinigt werden. Den Ausschlag gibt nicht die Fläche, sondern die Frequenz je Raumgruppe. Dieser Ratgeber zeigt, wie sich der Preis zusammensetzt, was die Norm DIN 77400 als Leistungsbild beschreibt und worauf Schulträger bei der Vergabe achten sollten.
Was kostet die Reinigung einer Schule?
Schulen werden meist als Flächenpauschale pro Quadratmeter und Monat kalkuliert. Die Werte entsprechen der gewerblichen Gebäudereinigung, denn Klassenräume, Flure und Verwaltung ähneln im Aufwand Büroflächen.
| Leistung | Preis | Beispiel Schule mit 3.000 m² Reinigungsfläche |
|---|---|---|
| Unterhaltsreinigung, wöchentlich | 0,80 bis 2,50 € pro m² und Monat | 2.400 bis 7.500 € pro Monat |
| Unterhaltsreinigung, schultäglich | 2,20 bis 4,00 € pro m² und Monat | 6.600 bis 12.000 € pro Monat |
| Grundreinigung in den Ferien | 3 bis 6 € pro m² | 9.000 bis 18.000 € je Termin |
| Glasreinigung | 1,50 bis 4 € pro m² Glasfläche | je nach Fensterfläche |
Die Beispielwerte ergeben sich direkt aus der Fläche, etwa 3.000 × 2,20 Euro = 6.600 Euro. In der Praxis liegt kaum eine Schule vollständig in einer Zeile, weil nicht jeder Raum gleich oft gereinigt wird. Eine Schule mit täglich gereinigten Sanitärräumen und Fluren, aber Klassenräumen im Zwei- oder Dreitagesrhythmus landet zwischen beiden Spannen. Wie die Quadratmeterpreise im Gewerbe allgemein entstehen, zeigt der Ratgeber zu den Kosten der Gebäudereinigung pro m².
Was regelt DIN 77400?
DIN 77400 trägt den Titel „Reinigungsdienstleistungen, Schulgebäude, Anforderungen an die Reinigung". Die aktuelle Fassung stammt aus dem Jahr 2015 und hat die Ausgabe von 2003 abgelöst. Sie gilt für allgemeinbildende Schulen, berufsbildende Schulen und die zugehörigen Sporthallen, und sie berücksichtigt den heutigen Schulbetrieb mit Ganztagsangeboten und Mehrfachnutzung der Gebäude.
Inhaltlich beschreibt die Norm ein vollständiges Leistungsbild: Anforderungen an Eigen- und Fremdreinigung, Reinigungsverfahren, Leistungsbeschreibung, Durchführung, Umfang und Mindesthäufigkeiten je Raumart sowie die Kontrolle der Reinigungsqualität. Breitere Aufmerksamkeit bekam sie in der Pandemie: Viele Hygienepläne verwiesen für die regelmäßige Schulreinigung auf die Norm, und DIN stellte sie zeitweise kostenlos bereit, wie die BG BAU berichtete.
Wichtig für die Einordnung: DIN 77400 ist wie jede DIN-Norm nicht automatisch verbindlich. Sie wird es, wenn der Schulträger sie in der Ausschreibung und im Vertrag vereinbart. Die tatsächlichen Intervalle müssen außerdem zu den örtlichen Gegebenheiten und zum Schultyp passen. Ein Gymnasium mit Ganztag und Mensa braucht einen anderen Plan als eine kleine Grundschule, die mittags schließt.
Raumgruppen und Frequenzen
Eine Schule besteht aus Raumgruppen mit sehr unterschiedlichem Aufwand. Die folgende Übersicht zeigt, wie Schulträger die Frequenzen in der Praxis häufig staffeln. Es sind Erfahrungswerte zur Orientierung, verbindlich sind der Vertrag und der Hygieneplan der Schule.
| Raumgruppe | Häufige Frequenz | Besonderheit |
|---|---|---|
| Sanitärräume | Schultäglich | Höchster Zeitaufwand pro m² |
| Mensa, Küche, Speiseräume | Schultäglich | Tische und Böden nach dem Essensbetrieb |
| Eingänge und Flure im Erdgeschoss | Schultäglich | Hoher Schmutzeintrag von draußen |
| Sporthalle, Umkleiden, Duschen | Schultäglich | Hallenboden mit geeigneter Maschine |
| Klassenräume | Zwei- bis fünfmal pro Woche | Stühle hochstellen, Tische und Boden |
| Fachräume | Ein- bis zweimal pro Woche | Labore mit eigener Zuständigkeit für Geräte |
| Verwaltung und Lehrerzimmer | Zwei- bis dreimal pro Woche | Wie eine normale Büroreinigung |
Die Frequenz der Klassenräume ist die größte Stellschraube im Preis, weil sie den größten Flächenanteil ausmacht. Ganztagsschulen mit Nachmittagsbetrieb und Vereinsnutzung liegen eher am oberen Ende.
Sichtreinigung gegen Vollreinigung
Eine Möglichkeit, Kosten zu steuern, ohne die Hygiene aufzugeben, ist der Wechsel zwischen Sichtreinigung und Vollreinigung. Bei der Sichtreinigung werden Papierkörbe geleert, grobe Verschmutzungen beseitigt und sichtbare Flecken auf Böden und Tischen entfernt. Bei der Vollreinigung werden alle vereinbarten Flächen gereinigt, also Böden vollständig feucht gewischt, Tische, Griffe und Türen abgewischt.
Ein typisches Modell wechselt in Klassenräumen beides ab, Sanitärräume werden dagegen an jedem Schultag vollständig gereinigt. Entscheidend ist, dass im Leistungsverzeichnis genau steht, was eine Sichtreinigung umfasst. Sonst versteht jeder Anbieter etwas anderes darunter, und die Angebote lassen sich nicht nebeneinanderlegen.
Flächenleistung als Preistreiber
Hinter jedem Quadratmeterpreis steht eine Zeitrechnung. Die Flächenleistung gibt an, wie viele Quadratmeter eine Reinigungskraft pro Stunde schafft. In Klassenräumen ist sie niedriger als in offenen Büros, weil Stühle hochgestellt, Tische abgewischt und Böden unter Möbeln erreicht werden müssen.
So prüfen Sie ein Angebot auf Plausibilität: Teilen Sie den Monatspreis durch einen tragfähigen Stundensatz von 25 Euro, dann durch die Zahl der Schultage im Monat. Bei 6.600 Euro für 3.000 Quadratmeter ergeben sich 264 Stunden, bei 21 Schultagen also gut 12,5 Stunden täglich. Das entspricht knapp 240 Quadratmetern pro Stunde für die gesamte Fläche einschließlich Sanitär. Rechnet ein Angebot auf deutlich mehr Fläche pro Stunde, fehlt die Zeit für eine gründliche Reinigung.
Der Stundensatz hat eine feste Untergrenze. Der Branchenmindestlohn in der Gebäudereinigung beträgt in Lohngruppe 1 15,00 Euro und in Lohngruppe 6 18,40 Euro, die Werte veröffentlicht der Zoll zu den Mindestarbeitsbedingungen. Mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro ist das nicht zu verwechseln. Rechnet man Sozialabgaben, Urlaub, Material und Objektleitung dazu, beginnt ein tragfähiger Stundensatz bei etwa 23 bis 25 Euro.
Ferienreinigung und Grundreinigung
Schulen haben einen Vorteil gegenüber fast jedem anderen Objekt: planbare Schließzeiten. In den Ferien ruht die Unterhaltsreinigung weitgehend, und genau dann ist Zeit für das, was im laufenden Betrieb nicht geht. Dazu gehören die maschinelle Grundreinigung der Böden mit Entfernen alter Pflegefilme und neuem Schutzauftrag, die Reinigung von Heizkörpern, Leuchten und Oberschränken sowie die Glasreinigung.
Klären Sie im Vertrag, wie die Ferien abgerechnet werden: als gleichbleibende Monatspauschale über das ganze Jahr oder nur nach Schultagen mit separat vergüteter Ferienreinigung. Grundreinigung und Glasreinigung gehören als eigene Positionen mit festem Termin in die Ausschreibung, bevorzugt in die Sommerferien.
Gezielte Desinfektion ist in Schulen die Ausnahme und folgt dem Hygieneplan oder einer Vorgabe des Gesundheitsamts, etwa bei einem Ausbruch. Was eine solche Flächendesinfektion kostet, zeigt der Ratgeber zur Desinfektionsreinigung.
Vergabe durch den Schulträger
Schulen gehören zu den Gemeinschaftseinrichtungen nach § 33 IfSG. Nach § 36 Abs. 1 IfSG müssen sie in Hygieneplänen innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene festlegen und unterliegen der Überwachung durch das Gesundheitsamt. Der Hygieneplan ist damit die Grundlage, an der sich das Leistungsverzeichnis ausrichtet.
Öffentliche Schulträger, also meist Kommunen und Landkreise, sind öffentliche Auftraggeber und vergeben Reinigungsleistungen nach Vergaberecht. Oberhalb der EU-Schwellenwerte nach § 106 GWB gilt das Kartellvergaberecht, darunter das Haushalts- und Vergaberecht des jeweiligen Landes. Das ist eine allgemeine Einordnung und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für eine belastbare Ausschreibung hat sich diese Reihenfolge bewährt:
- Flächen nach Raumgruppen erfassen, mit Quadratmetern, Bodenbelag und Nutzung.
- Frequenzen je Raumgruppe festlegen, orientiert an DIN 77400 und dem Hygieneplan.
- Sichtreinigung und Vollreinigung definieren, damit alle Bieter dasselbe kalkulieren.
- Zeitfenster regeln, meist nach Unterrichtsende und abgestimmt auf Nachmittagsbetrieb und Vereinsnutzung.
- Ferienreinigung, Grundreinigung und Glas als eigene Positionen ausschreiben.
- Qualitätskontrolle vereinbaren, zum Beispiel ein Prüfverfahren nach DIN EN 13549 mit Stichproben.
- Angebote auf Euro pro m² und Monat normieren und die Zeitrechnung gegenprüfen.
Was eine laufende Unterhaltsreinigung umfasst, zeigt die Leistungsseite.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Reinigung einer Schule pro Quadratmeter?
Ist DIN 77400 für Schulen verpflichtend?
Wie oft müssen Klassenräume gereinigt werden?
Was ist der Unterschied zwischen Sichtreinigung und Vollreinigung?
Wann findet die Grundreinigung einer Schule statt?
Fazit: Die Frequenz je Raumgruppe bestimmt den Preis
Schulreinigung kostet 0,80 bis 4,00 Euro pro Quadratmeter und Monat netto, je nachdem, wie oft welche Raumgruppe gereinigt wird. DIN 77400 liefert das Leistungsbild, verbindlich wird es erst über Leistungsverzeichnis und Vertrag. Wer Flächen nach Raumgruppen erfasst, Sichtreinigung und Vollreinigung klar definiert, die Ferien für Grundreinigung nutzt und jedes Angebot auf Stunden zurückrechnet, bekommt vergleichbare Preise und eine Reinigung, die im Schulalltag trägt.
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