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Gewerbe & Büro

Schulreinigung: Kosten und Qualitätsstandard

Was kostet die Schulreinigung? Preise pro m² je nach Frequenz, was DIN 77400 regelt, Raumgruppen, Ferienreinigung und Vergabe durch den Schulträger.

15. September 20268 min LesezeitRedaktion Reinigungsvergleich
Leeres Klassenzimmer mit Holztischen, Stühlen, grüner Tafel und freiem Boden

Die Unterhaltsreinigung einer Schule kostet marktüblich zwischen 0,80 und 4,00 Euro pro Quadratmeter und Monat netto: Am unteren Ende stehen Flächen, die einmal pro Woche gereinigt werden, am oberen Ende Schulen, deren Klassenräume an jedem Schultag gereinigt werden. Den Ausschlag gibt nicht die Fläche, sondern die Frequenz je Raumgruppe. Dieser Ratgeber zeigt, wie sich der Preis zusammensetzt, was die Norm DIN 77400 als Leistungsbild beschreibt und worauf Schulträger bei der Vergabe achten sollten.

Was kostet die Reinigung einer Schule?

Schulen werden meist als Flächenpauschale pro Quadratmeter und Monat kalkuliert. Die Werte entsprechen der gewerblichen Gebäudereinigung, denn Klassenräume, Flure und Verwaltung ähneln im Aufwand Büroflächen.

0,80 bis 2,50 €
Pro m² und Monat bei wöchentlicher Reinigung, netto
2,20 bis 4,00 €
Pro m² und Monat bei täglicher Reinigung, netto
3 bis 6 €
Pro m² für eine einmalige Grundreinigung
LeistungPreisBeispiel Schule mit 3.000 m² Reinigungsfläche
Unterhaltsreinigung, wöchentlich0,80 bis 2,50 € pro m² und Monat2.400 bis 7.500 € pro Monat
Unterhaltsreinigung, schultäglich2,20 bis 4,00 € pro m² und Monat6.600 bis 12.000 € pro Monat
Grundreinigung in den Ferien3 bis 6 € pro m²9.000 bis 18.000 € je Termin
Glasreinigung1,50 bis 4 € pro m² Glasflächeje nach Fensterfläche

Die Beispielwerte ergeben sich direkt aus der Fläche, etwa 3.000 × 2,20 Euro = 6.600 Euro. In der Praxis liegt kaum eine Schule vollständig in einer Zeile, weil nicht jeder Raum gleich oft gereinigt wird. Eine Schule mit täglich gereinigten Sanitärräumen und Fluren, aber Klassenräumen im Zwei- oder Dreitagesrhythmus landet zwischen beiden Spannen. Wie die Quadratmeterpreise im Gewerbe allgemein entstehen, zeigt der Ratgeber zu den Kosten der Gebäudereinigung pro m².

Was regelt DIN 77400?

DIN 77400 trägt den Titel „Reinigungsdienstleistungen, Schulgebäude, Anforderungen an die Reinigung". Die aktuelle Fassung stammt aus dem Jahr 2015 und hat die Ausgabe von 2003 abgelöst. Sie gilt für allgemeinbildende Schulen, berufsbildende Schulen und die zugehörigen Sporthallen, und sie berücksichtigt den heutigen Schulbetrieb mit Ganztagsangeboten und Mehrfachnutzung der Gebäude.

Inhaltlich beschreibt die Norm ein vollständiges Leistungsbild: Anforderungen an Eigen- und Fremdreinigung, Reinigungsverfahren, Leistungsbeschreibung, Durchführung, Umfang und Mindesthäufigkeiten je Raumart sowie die Kontrolle der Reinigungsqualität. Breitere Aufmerksamkeit bekam sie in der Pandemie: Viele Hygienepläne verwiesen für die regelmäßige Schulreinigung auf die Norm, und DIN stellte sie zeitweise kostenlos bereit, wie die BG BAU berichtete.

Wichtig für die Einordnung: DIN 77400 ist wie jede DIN-Norm nicht automatisch verbindlich. Sie wird es, wenn der Schulträger sie in der Ausschreibung und im Vertrag vereinbart. Die tatsächlichen Intervalle müssen außerdem zu den örtlichen Gegebenheiten und zum Schultyp passen. Ein Gymnasium mit Ganztag und Mensa braucht einen anderen Plan als eine kleine Grundschule, die mittags schließt.

Raumgruppen und Frequenzen

Eine Schule besteht aus Raumgruppen mit sehr unterschiedlichem Aufwand. Die folgende Übersicht zeigt, wie Schulträger die Frequenzen in der Praxis häufig staffeln. Es sind Erfahrungswerte zur Orientierung, verbindlich sind der Vertrag und der Hygieneplan der Schule.

RaumgruppeHäufige FrequenzBesonderheit
SanitärräumeSchultäglichHöchster Zeitaufwand pro m²
Mensa, Küche, SpeiseräumeSchultäglichTische und Böden nach dem Essensbetrieb
Eingänge und Flure im ErdgeschossSchultäglichHoher Schmutzeintrag von draußen
Sporthalle, Umkleiden, DuschenSchultäglichHallenboden mit geeigneter Maschine
KlassenräumeZwei- bis fünfmal pro WocheStühle hochstellen, Tische und Boden
FachräumeEin- bis zweimal pro WocheLabore mit eigener Zuständigkeit für Geräte
Verwaltung und LehrerzimmerZwei- bis dreimal pro WocheWie eine normale Büroreinigung

Die Frequenz der Klassenräume ist die größte Stellschraube im Preis, weil sie den größten Flächenanteil ausmacht. Ganztagsschulen mit Nachmittagsbetrieb und Vereinsnutzung liegen eher am oberen Ende.

Sichtreinigung gegen Vollreinigung

Eine Möglichkeit, Kosten zu steuern, ohne die Hygiene aufzugeben, ist der Wechsel zwischen Sichtreinigung und Vollreinigung. Bei der Sichtreinigung werden Papierkörbe geleert, grobe Verschmutzungen beseitigt und sichtbare Flecken auf Böden und Tischen entfernt. Bei der Vollreinigung werden alle vereinbarten Flächen gereinigt, also Böden vollständig feucht gewischt, Tische, Griffe und Türen abgewischt.

Ein typisches Modell wechselt in Klassenräumen beides ab, Sanitärräume werden dagegen an jedem Schultag vollständig gereinigt. Entscheidend ist, dass im Leistungsverzeichnis genau steht, was eine Sichtreinigung umfasst. Sonst versteht jeder Anbieter etwas anderes darunter, und die Angebote lassen sich nicht nebeneinanderlegen.

Flächenleistung als Preistreiber

Hinter jedem Quadratmeterpreis steht eine Zeitrechnung. Die Flächenleistung gibt an, wie viele Quadratmeter eine Reinigungskraft pro Stunde schafft. In Klassenräumen ist sie niedriger als in offenen Büros, weil Stühle hochgestellt, Tische abgewischt und Böden unter Möbeln erreicht werden müssen.

So prüfen Sie ein Angebot auf Plausibilität: Teilen Sie den Monatspreis durch einen tragfähigen Stundensatz von 25 Euro, dann durch die Zahl der Schultage im Monat. Bei 6.600 Euro für 3.000 Quadratmeter ergeben sich 264 Stunden, bei 21 Schultagen also gut 12,5 Stunden täglich. Das entspricht knapp 240 Quadratmetern pro Stunde für die gesamte Fläche einschließlich Sanitär. Rechnet ein Angebot auf deutlich mehr Fläche pro Stunde, fehlt die Zeit für eine gründliche Reinigung.

Der Stundensatz hat eine feste Untergrenze. Der Branchenmindestlohn in der Gebäudereinigung beträgt in Lohngruppe 1 15,00 Euro und in Lohngruppe 6 18,40 Euro, die Werte veröffentlicht der Zoll zu den Mindestarbeitsbedingungen. Mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro ist das nicht zu verwechseln. Rechnet man Sozialabgaben, Urlaub, Material und Objektleitung dazu, beginnt ein tragfähiger Stundensatz bei etwa 23 bis 25 Euro.

Ferienreinigung und Grundreinigung

Schulen haben einen Vorteil gegenüber fast jedem anderen Objekt: planbare Schließzeiten. In den Ferien ruht die Unterhaltsreinigung weitgehend, und genau dann ist Zeit für das, was im laufenden Betrieb nicht geht. Dazu gehören die maschinelle Grundreinigung der Böden mit Entfernen alter Pflegefilme und neuem Schutzauftrag, die Reinigung von Heizkörpern, Leuchten und Oberschränken sowie die Glasreinigung.

Klären Sie im Vertrag, wie die Ferien abgerechnet werden: als gleichbleibende Monatspauschale über das ganze Jahr oder nur nach Schultagen mit separat vergüteter Ferienreinigung. Grundreinigung und Glasreinigung gehören als eigene Positionen mit festem Termin in die Ausschreibung, bevorzugt in die Sommerferien.

Gezielte Desinfektion ist in Schulen die Ausnahme und folgt dem Hygieneplan oder einer Vorgabe des Gesundheitsamts, etwa bei einem Ausbruch. Was eine solche Flächendesinfektion kostet, zeigt der Ratgeber zur Desinfektionsreinigung.

Vergabe durch den Schulträger

Schulen gehören zu den Gemeinschaftseinrichtungen nach § 33 IfSG. Nach § 36 Abs. 1 IfSG müssen sie in Hygieneplänen innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene festlegen und unterliegen der Überwachung durch das Gesundheitsamt. Der Hygieneplan ist damit die Grundlage, an der sich das Leistungsverzeichnis ausrichtet.

Öffentliche Schulträger, also meist Kommunen und Landkreise, sind öffentliche Auftraggeber und vergeben Reinigungsleistungen nach Vergaberecht. Oberhalb der EU-Schwellenwerte nach § 106 GWB gilt das Kartellvergaberecht, darunter das Haushalts- und Vergaberecht des jeweiligen Landes. Das ist eine allgemeine Einordnung und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für eine belastbare Ausschreibung hat sich diese Reihenfolge bewährt:

  1. Flächen nach Raumgruppen erfassen, mit Quadratmetern, Bodenbelag und Nutzung.
  2. Frequenzen je Raumgruppe festlegen, orientiert an DIN 77400 und dem Hygieneplan.
  3. Sichtreinigung und Vollreinigung definieren, damit alle Bieter dasselbe kalkulieren.
  4. Zeitfenster regeln, meist nach Unterrichtsende und abgestimmt auf Nachmittagsbetrieb und Vereinsnutzung.
  5. Ferienreinigung, Grundreinigung und Glas als eigene Positionen ausschreiben.
  6. Qualitätskontrolle vereinbaren, zum Beispiel ein Prüfverfahren nach DIN EN 13549 mit Stichproben.
  7. Angebote auf Euro pro m² und Monat normieren und die Zeitrechnung gegenprüfen.

Was eine laufende Unterhaltsreinigung umfasst, zeigt die Leistungsseite.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet die Reinigung einer Schule pro Quadratmeter?
Marktüblich sind 0,80 bis 2,50 Euro pro Quadratmeter und Monat netto bei wöchentlicher Reinigung und 2,20 bis 4,00 Euro bei täglicher Reinigung. Die meisten Schulen liegen dazwischen, weil Sanitärräume täglich, Fachräume und Verwaltung aber seltener gereinigt werden.
Ist DIN 77400 für Schulen verpflichtend?
Nein, nicht automatisch. DIN 77400 beschreibt Anforderungen an die Reinigung von Schulgebäuden und Sporthallen, verbindlich wird sie erst, wenn der Schulträger sie in Ausschreibung und Vertrag vereinbart. In der Pandemie verwiesen viele Hygienepläne für die Schulreinigung auf die Norm.
Wie oft müssen Klassenräume gereinigt werden?
Eine gesetzliche Frequenz gibt es nicht. Maßgeblich sind der Vertrag und der Hygieneplan der Schule. In der Praxis werden Klassenräume zwei- bis fünfmal pro Woche gereinigt, Ganztagsschulen mit Nachmittagsbetrieb eher häufiger.
Was ist der Unterschied zwischen Sichtreinigung und Vollreinigung?
Bei der Sichtreinigung werden Papierkörbe geleert und sichtbare Verschmutzungen entfernt. Bei der Vollreinigung werden alle vereinbarten Flächen gründlich gereinigt. Was genau zur Sichtreinigung gehört, sollte im Leistungsverzeichnis stehen.
Wann findet die Grundreinigung einer Schule statt?
In den Ferien, am besten in den Sommerferien. Dann können Böden maschinell behandelt werden und in Ruhe trocknen. Die Grundreinigung sollte als eigene Position mit festem Termin in der Ausschreibung stehen.

Fazit: Die Frequenz je Raumgruppe bestimmt den Preis

Schulreinigung kostet 0,80 bis 4,00 Euro pro Quadratmeter und Monat netto, je nachdem, wie oft welche Raumgruppe gereinigt wird. DIN 77400 liefert das Leistungsbild, verbindlich wird es erst über Leistungsverzeichnis und Vertrag. Wer Flächen nach Raumgruppen erfasst, Sichtreinigung und Vollreinigung klar definiert, die Ferien für Grundreinigung nutzt und jedes Angebot auf Stunden zurückrechnet, bekommt vergleichbare Preise und eine Reinigung, die im Schulalltag trägt.

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Redaktion Reinigungsvergleich
Unabhängige Ratgeber-Redaktion
Veröffentlicht am 15. September 2026

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