Die tägliche Reinigung einer Kita kostet marktüblich 3,50 bis 5,50 Euro pro Quadratmeter und Monat netto, eine Einrichtung mit 400 Quadratmetern Nutzfläche liegt damit bei 1.400 bis 2.200 Euro im Monat. Der Grund liegt nicht in der Fläche: Kitas werden an jedem Öffnungstag gereinigt, haben viele Sanitär-, Wickel- und Essbereiche und brauchen einen Hygieneplan, an dem sich die Reinigung ausrichtet. Dieser Ratgeber zeigt, wie sich der Preis zusammensetzt und worauf Träger bei der Vergabe achten sollten.
Was kostet die Reinigung einer Kita?
Maßgeblich ist die Frequenz. In Kitas ist eine tägliche Reinigung der Gruppen- und Sanitärräume gängige Praxis, und damit gelten die Preise der täglichen Unterhaltsreinigung, nicht die der wöchentlichen.
| Leistung | Preis | Beispiel Kita mit 400 m² |
|---|---|---|
| Tägliche Unterhaltsreinigung | 3,50 bis 5,50 € pro m² und Monat | 1.400 bis 2.200 € pro Monat |
| Grundreinigung, einmalig | 3 bis 6 € pro m² | 1.200 bis 2.400 € je Termin |
| Glasreinigung | 1,50 bis 4 € pro m² Glasfläche | je nach Fensterfläche |
Die Beispielwerte ergeben sich direkt aus der Fläche: 400 × 3,50 Euro = 1.400 Euro und 400 × 5,50 Euro = 2.200 Euro im Monat. Ein Gegencheck über die Arbeitszeit zeigt, ob ein Angebot realistisch ist: Bei einem Stundensatz von 25 Euro entsprechen 1.400 Euro rund 56 Stunden im Monat, bei etwa 21 Öffnungstagen also knapp 2,7 Stunden Reinigung pro Tag. Am oberen Ende der Spanne sind es rund 88 Stunden oder gut vier Stunden täglich.
Wo eine Kita innerhalb der Spanne landet, hängt vom Anteil der Sanitär- und Wickelbereiche, vom Bodenbelag und von den Aufgaben ab, die das eigene Personal übernimmt. Kleine Einrichtungen liegen eher am oberen Rand, weil Anfahrt und Rüstzeit auf wenige Quadratmeter entfallen. Einen Vergleich mit ähnlich hohen Hygieneanforderungen bietet der Ratgeber zu den Kosten der Praxisreinigung.
Warum Sanitär, Wickelbereich und Essbereich mehr Aufwand machen
Eine Kita wird nicht überall gleich gereinigt. In Gruppenräumen geht es um Böden, Tische und Griffflächen, in Sanitärräumen um Toiletten, Waschrinnen und Armaturen, die von Kindern ganz anders genutzt werden als in einem Büro. Die folgende Übersicht zeigt übliche Frequenzen. Verbindlich ist aber immer der Hygieneplan der Einrichtung.
| Bereich | Übliche Frequenz | Besonderheit |
|---|---|---|
| Gruppenräume | Täglich | Stühle hochstellen, Boden feucht wischen, Tische und Griffflächen |
| Sanitärbereich der Kinder | Täglich, oft mit Zwischenreinigung | Toiletten, Waschrinnen, Armaturen, Fliesen in Kinderhöhe |
| Wickelbereich | Umfeld täglich | Wickelauflage nach jeder Nutzung durch das Personal |
| Essbereich und Küche | Täglich, Tische nach jeder Mahlzeit | Eigener Reinigungsplan für die Küche |
| Schlafraum | Täglich bis mehrmals pro Woche | Boden, Liegen nach Plan |
| Flure und Garderobe | Täglich | Hoher Schmutzeintrag von draußen |
| Büro und Personalraum | Zwei- bis dreimal pro Woche | Wie eine normale Büroreinigung |
Wichtig ist die klare Trennung der Zuständigkeiten. Wickelauflage, Tische nach dem Mittagessen und Spielzeug bleiben meist beim Personal der Kita, die Reinigungsfirma übernimmt Flächen, Böden und Sanitär. Steht diese Grenze nicht im Vertrag, entstehen Lücken, die bei einer Begehung durch das Gesundheitsamt auffallen. Wo in der Kita gekocht oder Essen ausgegeben wird, gelten zusätzlich die Regeln der Lebensmittelhygiene, und die Küche folgt einem eigenen Reinigungsplan.
Welche Frequenz und welches Zeitfenster passen?
Die Reinigung findet in aller Regel nach dem Ende der Betreuungszeit statt, also am späten Nachmittag oder am frühen Abend. Solange Kinder im Haus sind, sprechen nasse Böden und offen stehende Reinigungsmittel gegen einen Einsatz. Eine Frühreinigung vor der Öffnung ist möglich, aber knapp, weil viele Kitas schon um halb sieben oder sieben Uhr öffnen.
Für die Sanitärräume reicht eine Reinigung am Abend häufig nicht aus. Viele Einrichtungen planen eine kurze Zwischenreinigung nach dem Mittagessen, die eine Hauswirtschaftskraft übernimmt oder die als eigene Position im Vertrag steht. Klären Sie das vorab, denn eine zweite Anfahrt am Tag verändert die Kalkulation spürbar.
Regeln Sie außerdem den Zutritt: Schlüssel, Alarmanlage und wer abends abschließt. Verlangt Ihr Träger vom eingesetzten Personal ein erweitertes Führungszeugnis, gehört das ebenfalls in den Vertrag.
Hygieneplan und Dokumentation: was die Kita vorgeben muss
Kindertageseinrichtungen sind Gemeinschaftseinrichtungen im Sinne von § 33 IfSG. Nach § 36 Abs. 1 IfSG müssen sie in Hygieneplänen innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene festlegen und unterliegen der Überwachung durch das Gesundheitsamt. Die erlaubnispflichtige Kindertagespflege ist von dieser Pflicht ausgenommen und kann vom Gesundheitsamt überwacht werden.
Der Hygieneplan ist damit die Grundlage für jeden Reinigungsvertrag. Er legt fest, welche Bereiche wie oft und womit gereinigt werden, und er stammt von der Einrichtung, nicht vom Dienstleister. Die Reinigungsfirma setzt die Vorgaben um und weist das nach, etwa über einen Reinigungsnachweis je Raumgruppe und regelmäßige Begehungen.
Was eine Flächendesinfektion kostet und wann sie wirklich nötig ist, zeigt der Ratgeber zur Desinfektionsreinigung. Achten Sie außerdem darauf, dass das Personal in den Hygieneplan eingewiesen wird und mit einem Farbsystem für Tücher und Eimer arbeitet. So landet ein Tuch aus dem Toilettenbereich nie auf einem Esstisch.
Grundreinigung in den Schließzeiten
Die tägliche Reinigung erreicht nicht alles. Heizkörper, Oberschränke, Leuchten und vor allem die Böden brauchen in größeren Abständen eine gründliche Behandlung, bei elastischen Belägen samt Entfernen alter Pflegefilme und neuem Schutzauftrag. Was dabei alles anfällt, erklärt der Lexikoneintrag zur Grundreinigung.
Kitas haben dafür einen natürlichen Termin: die Schließzeiten im Sommer und zwischen den Jahren. Üblich sind ein bis zwei Grundreinigungen pro Jahr, bei 3 bis 6 Euro pro Quadratmeter kostet ein Termin für 400 Quadratmeter 1.200 bis 2.400 Euro. Lassen Sie die Grundreinigung als eigene Position mit festem Termin ins Angebot aufnehmen.
Wie Träger die Reinigung ausschreiben
Ein vergleichbares Angebot entsteht nur, wenn alle Anbieter dieselbe Grundlage bekommen. Für eine Kita hat sich diese Reihenfolge bewährt:
- Flächen nach Raumgruppen erfassen. Gruppenräume, Sanitär, Wickelbereich, Schlafraum, Küche, Flure und Büro jeweils mit Quadratmetern und Bodenbelag.
- Frequenz je Raumgruppe festlegen. Orientiert am Hygieneplan, nicht an einer pauschalen Vorgabe für das ganze Haus.
- Zuständigkeiten abgrenzen. Was übernimmt das eigene Personal, was die Reinigungsfirma?
- Zeitfenster und Zutritt regeln. Beginn frühestens nach Betreuungsende, Schlüssel und Alarmanlage.
- Sonderleistungen einzeln abfragen. Grundreinigung, Glasreinigung und Desinfektion als eigene Positionen.
- Nachweis und Kontrolle vereinbaren. Reinigungsnachweis, Begehungen und ein fester Ansprechpartner.
- Alle Angebote normieren. Auf Euro pro Quadratmeter und Monat netto umrechnen, bevor Sie vergleichen.
Kommunale Träger unterliegen bei der Vergabe dem öffentlichen Vergaberecht. Bei freien Trägern hängt das von der Finanzierung ab, etwa von Auflagen in einem Zuwendungsbescheid. Das ist eine allgemeine Einordnung und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Welche Leistungen zu einer laufenden Unterhaltsreinigung gehören und worauf Sie beim Angebot achten sollten, zeigt die Leistungsseite.
Liegt ein Angebot weit unter der Spanne, rechnen Sie es auf Stunden pro Tag zurück. Der Branchenmindestlohn in der Gebäudereinigung beträgt in Lohngruppe 1 15,00 Euro und in Lohngruppe 6 18,40 Euro, die Werte veröffentlicht der Zoll zu den Mindestarbeitsbedingungen. Mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro hat das nichts zu tun. Ein tragfähiger Stundensatz einer Reinigungsfirma beginnt deshalb bei etwa 23 bis 25 Euro. Wer darunter anbietet, spart an der Zeit, und das merken Eltern und Personal zuerst an Toiletten und Waschrinnen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Reinigung einer Kita im Monat?
Muss eine Kita täglich gereinigt werden?
Wer reinigt die Wickelauflage, das Personal oder die Reinigungsfirma?
Muss bei jeder Reinigung desinfiziert werden?
Wann sollte die Grundreinigung stattfinden?
Fazit: Der Hygieneplan bestimmt den Preis, nicht die Fläche
Eine Kita täglich reinigen zu lassen kostet 3,50 bis 5,50 Euro pro Quadratmeter und Monat netto, dazu kommen ein bis zwei Grundreinigungen im Jahr. Wie viel Aufwand tatsächlich anfällt, entscheiden der Anteil an Sanitär- und Wickelbereichen, das Zeitfenster und die Aufgaben, die das eigene Personal übernimmt. Wer Flächen nach Raumgruppen erfasst, die Frequenzen aus dem Hygieneplan übernimmt und Zuständigkeiten schriftlich abgrenzt, bekommt vergleichbare Angebote und vermeidet Lücken bei der nächsten Begehung.
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