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Zwei Housekeeping Mitarbeiterinnen beziehen das Bett in einem hellen Hotelzimmer
Gewerbe & Büro

Hotelreinigung Kosten: Preise pro Zimmer und Modelle

3. September 20268 min Lesezeit

Was kostet Hotelreinigung? Preise pro Zimmer und pro Stunde, Abrechnungsmodelle im Vergleich und worauf Hoteliers bei Dienstleistern achten sollten.

Die Abreisereinigung eines Hotelzimmers kostet 8 bis 16 Euro, die Bleibereinigung 4 bis 9 Euro. Wer stattdessen nach Stunden abrechnet, zahlt 22 bis 32 Euro pro Stunde bei einem Richtwert von 2 bis 3 Zimmern pro Stunde und Kraft. Welches Modell günstiger ist, hängt vor allem von der Auslastung ab. Dieser Ratgeber vergleicht die Abrechnungsmodelle, zeigt Rechenbeispiele für ein 60 Zimmer Hotel und benennt die Punkte, an denen Housekeeping-Verträge in der Praxis scheitern.

Was kostet Hotelreinigung pro Zimmer?

8 bis 16 €
Abreisereinigung pro Zimmer
4 bis 9 €
Bleibereinigung pro Zimmer
22 bis 32 €
Stundensatz Housekeeping
LeistungPreis
Abreisereinigung pro Zimmer8 bis 16 €
Bleibereinigung pro Zimmer4 bis 9 €
Stundensatz Housekeeping22 bis 32 €
Zimmer pro Stunde je Kraft (Richtwert)2 bis 3
Öffentliche Bereiche und Lobby1,20 bis 2,50 € pro m² und Monat
Grundreinigung Zimmer, jährlich35 bis 70 € pro Zimmer

Der Unterschied zwischen Abreise- und Bleibereinigung erklärt den größten Teil der Spanne. Bei der Abreise werden Bett komplett neu bezogen, Bad vollständig gereinigt, Minibar geprüft und alle Kontaktflächen bearbeitet. Bei der Bleibereinigung entfallen Bettwäschewechsel und Tiefenreinigung im Bad. Der Zeitaufwand halbiert sich damit ungefähr, und genau das bildet der Preis ab.

Welche Abrechnungsmodelle gibt es im Housekeeping?

ModellAbrechnungRisiko trägtPasst zu
ZimmerpauschaleFester Preis je gereinigtem ZimmerDienstleisterSchwankende Auslastung
StundensatzTatsächlich geleistete StundenHotelSonderaufgaben, Projekte
MonatspauschaleFixbetrag unabhängig von ZimmerzahlGemischtSehr konstante Belegung

Die beiden Modelle lassen sich direkt ineinander umrechnen. Bei 22 bis 32 Euro pro Stunde und 2 bis 3 Zimmern pro Stunde ergibt sich ein rechnerischer Zimmerpreis von 22 ÷ 3 = 7,33 Euro im günstigsten und 32 ÷ 2 = 16 Euro im ungünstigsten Fall. Die Bandbreite entspricht also fast exakt der Zimmerpauschale von 8 bis 16 Euro für Abreisezimmer. Der Unterschied liegt nicht im Preisniveau, sondern in der Frage, wer zahlt, wenn eine Kraft langsamer arbeitet als geplant.

Warum passt die Zimmerpauschale bei schwankender Auslastung besser?

Beim Stundensatz bezahlen Sie Anwesenheit, bei der Zimmerpauschale bezahlen Sie Ergebnis. In einem Haus mit schwankender Belegung ist das ein spürbarer Unterschied, weil Sie an schwachen Tagen keine bezahlten Leerlaufstunden tragen.

Ein Rechenbeispiel für ein Hotel mit 60 Zimmern und angenommen 1.200 verkauften Zimmernächten im Monat, davon 400 Abreisen und 800 Bleibetage:

  • Abreisereinigung: 400 × 8 Euro = 3.200 Euro, im oberen Bereich 400 × 16 Euro = 6.400 Euro
  • Bleibereinigung: 800 × 4 Euro = 3.200 Euro, im oberen Bereich 800 × 9 Euro = 7.200 Euro
  • Summe Zimmerreinigung: 6.400 bis 13.600 Euro pro Monat

Fällt die Belegung im Folgemonat um ein Drittel, sinkt diese Position im Zimmermodell automatisch mit. Im Stundenmodell müssten Sie die Schichtplanung selbst herunterfahren, was bei kurzfristigen Stornierungen selten sauber gelingt.

Was kosten Lobby, Flure und öffentliche Bereiche?

Öffentliche Flächen werden getrennt von den Zimmern kalkuliert, üblicherweise als Unterhaltsreinigung mit 1,20 bis 2,50 Euro pro Quadratmeter und Monat. Bei 400 Quadratmetern Lobby, Fluren und Sanitärbereichen entspricht das 400 × 1,20 Euro = 480 Euro bis 400 × 2,50 Euro = 1.000 Euro monatlich.

Dazu kommt die jährliche Grundreinigung der Zimmer mit 35 bis 70 Euro pro Zimmer. Für 60 Zimmer sind das 60 × 35 Euro = 2.100 Euro bis 60 × 70 Euro = 4.200 Euro im Jahr, monatlich umgelegt also 175 bis 350 Euro. Diese Position umfasst typischerweise Teppichtiefenreinigung, Polster, Vorhänge, Fugen im Bad und schwer zugängliche Flächen. Planen Sie sie fest ein, sonst verschiebt sich der Aufwand unbemerkt in die tägliche Reinigung und die Zimmerqualität sinkt schleichend.

Wie sichern Hotels die Reinigungsqualität?

Housekeeping ist die Leistung, die Gäste am direktesten bewerten. Deshalb gehört die Qualitätssicherung in den Vertrag und nicht ins Bauchgefühl. Bewährt hat sich eine Kombination aus drei Elementen:

  • Zimmerkontrollen mit fester Stichprobengröße: Legen Sie schriftlich fest, wie viele Zimmer pro Tag kontrolliert werden und wer kontrolliert, die Hausdame des Hotels oder eine Objektleitung des Dienstleisters.
  • Einheitliche Prüfliste: Immer dieselben Punkte, immer dieselbe Bewertung. Nur so sind Ergebnisse über Monate vergleichbar.
  • Vereinbarte Beanstandungsquote: Also der Anteil beanstandeter Zimmer an den kontrollierten Zimmern. Definieren Sie einen Zielwert und was passiert, wenn er überschritten wird, etwa Nachreinigung ohne Berechnung innerhalb einer festen Frist.

Wie wirken sich Saison und Personalplanung aus?

Housekeeping ist Personalarbeit, und Personal lässt sich nicht tagesaktuell hoch- und herunterfahren. Ein externer Dienstleister kann Spitzen abfedern, weil er Kräfte zwischen Objekten verschiebt. Das funktioniert aber nur, wenn Sie ihm eine belastbare Prognose liefern.

Praktisch heißt das: Übermitteln Sie Belegungsprognosen mit einem festen Vorlauf, üblicherweise wöchentlich, und melden Sie Gruppenbuchungen früher. Vereinbaren Sie zusätzlich eine Regelung für kurzfristige Zusatzzimmer und für Late Check-outs, die den Reinigungsablauf verschieben. Ohne diese Absprachen entstehen genau die Situationen, in denen Zimmer erst am späten Nachmittag freigegeben werden und die Rezeption den Ärger auffängt.

Wo liegt die Schnittstelle zur Wäscherei?

Bettwäsche und Frottee laufen fast immer über einen separaten Wäschereivertrag, meist im Mietwäschemodell. Für das Housekeeping ist entscheidend, wer die Wäsche zählt, wer den Bestand auf den Etagen verantwortet und wer Fehlmengen meldet.

Regeln Sie deshalb im Vertrag: Übernahme und Rückgabe der Wäsche, Dokumentation von Verlust und Beschädigung sowie die Meldung von Flecken- und Ausschussware. Wenn diese Punkte offen bleiben, landet die Verantwortung im Streitfall zwischen Wäscherei, Dienstleister und Hotel, und Sie zahlen die Differenz.

Worauf Hoteliers bei der Anbieterwahl achten sollten

  • Hotelerfahrung nachweisbar, mit Referenzen aus Häusern vergleichbarer Größe und Kategorie
  • Feste Objektleitung als Ansprechpartner, nicht nur eine Zentrale
  • Vertretungsregelung bei Krankheit und Urlaub, schriftlich mit Reaktionszeit
  • Betriebshaftpflicht und geregelter Umgang mit Fundsachen und Zimmerschlüsseln
  • Transparente Preisliste für Zusatzleistungen wie Late Check-out, Zusatzbetten oder Sonderreinigung
  • Faire Laufzeiten mit klarer Kündigungsfrist

Prüfen Sie den Vertragsentwurf mit denselben Punkten, die auch für andere Dienstleistungsverträge gelten, siehe Vertragscheckliste Unterhaltsreinigung. Für die Vorauswahl der Anbieter hilft die Checkliste zur Anbieterprüfung. Und lassen Sie Angebote immer auf derselben Zimmer- und Flächenaufstellung kalkulieren, sonst vergleichen Sie unterschiedliche Leistungen.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet die Reinigung eines Hotelzimmers?
Die Abreisereinigung kostet 8 bis 16 Euro pro Zimmer, die Bleibereinigung 4 bis 9 Euro. Der Unterschied ergibt sich aus Bettwäschewechsel und vollständiger Badreinigung, die nur bei der Abreise anfallen. Rechnen Sie zusätzlich mit 35 bis 70 Euro pro Zimmer und Jahr für die Grundreinigung mit Teppich, Polstern und Vorhängen.
Ist Abrechnung pro Zimmer oder pro Stunde günstiger?
Das Preisniveau ist ähnlich: Bei 22 bis 32 Euro pro Stunde und 2 bis 3 Zimmern pro Stunde ergeben sich rechnerisch 7,33 bis 16 Euro pro Zimmer. Der Unterschied liegt beim Risiko. Im Zimmermodell trägt der Dienstleister das Zeitrisiko, im Stundenmodell das Hotel. Bei schwankender Auslastung ist die Zimmerpauschale meist die ruhigere Lösung.
Wie viele Zimmer schafft eine Housekeeping-Kraft pro Stunde?
Als Richtwert gelten 2 bis 3 Zimmer pro Stunde. Die tatsächliche Leistung hängt an Zimmergröße, Ausstattung, Anteil an Abreisezimmern und Wegezeiten im Haus. Bei hohem Abreiseanteil liegt der Wert eher am unteren Ende, bei überwiegend Bleibereinigungen am oberen. Nutzen Sie den Wert zur Plausibilitätsprüfung von Angeboten.
Was kostet die Reinigung von Lobby und öffentlichen Bereichen?
Öffentliche Flächen werden separat mit 1,20 bis 2,50 Euro pro Quadratmeter und Monat kalkuliert. Für 400 Quadratmeter Lobby, Flure und Sanitärbereiche sind das 480 bis 1.000 Euro monatlich. Der Preis hängt an Frequenz, Bodenbelägen und den Tageszeiten, zu denen gereinigt werden darf.
Wie kontrollieren Hotels die Reinigungsqualität?
Über regelmäßige Zimmerkontrollen mit einer einheitlichen Prüfliste und einer im Vertrag festgelegten Stichprobengröße. Vereinbart wird zusätzlich ein Zielwert für die Beanstandungsquote, also den Anteil beanstandeter an den kontrollierten Zimmern. Entscheidend ist die Nachbesserungsklausel: kostenfreie Nachreinigung innerhalb einer Frist bei jeder Beanstandung.

Fazit: Modell zur Auslastung wählen, Qualität vertraglich verankern

Hotelreinigung kostet 8 bis 16 Euro pro Abreisezimmer und 4 bis 9 Euro pro Bleibezimmer, dazu 1,20 bis 2,50 Euro pro Quadratmeter und Monat für öffentliche Bereiche. Für ein 60 Zimmer Haus mit 1.200 Zimmernächten im Monat ergeben sich daraus 6.400 bis 13.600 Euro allein für die Zimmerreinigung. Wählen Sie das Abrechnungsmodell nach Ihrer Auslastungskurve, nicht nach dem niedrigsten Einzelpreis. Und verankern Sie Kontrollen, Beanstandungsquote und Nachbesserung schriftlich, denn dort entscheidet sich, ob der Preis am Ende gehalten wird.

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Redaktion Reinigungsvergleich
Unabhängige Redaktion
Veröffentlicht am 3. September 2026

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