Die Reinigung eines Coworking Space kostet für offene Arbeitsflächen marktüblich 2,50 bis 4,00 Euro pro Quadratmeter und Monat, Shared Kitchen und Sanitärräume liegen bei 3,50 bis 5,50 Euro. Anders als in einem klassischen Büro mit festen Mitarbeitern wechseln sich in einem Coworking Space ständig neue Gesichter an denselben Schreibtischen ab, und jeder bringt eigene Gewohnheiten mit. Diese hohe Personenfluktuation braucht eine engere Taktung als ein normales Büro, nicht nur eine gründlichere Reinigung am Abend. Dieser Ratgeber zeigt die marktüblichen Preise, warum Shared Kitchen und Telefonzellen eigene Hygienepunkte sind und welche Vertragsmodelle zu Betreibern mit wechselnden Mietern passen.
Was kostet die Reinigung eines Coworking Space?
Kalkuliert wird nach Bereichen, weil offene Arbeitsflächen, Shared Kitchen und kleine Rückzugsräume unterschiedlich stark genutzt werden. Je mehr Hände eine Fläche am Tag berühren, desto höher der Quadratmeterpreis.
| Bereich | Preis | Hinweis |
|---|---|---|
| Offene Arbeitsfläche (Schreibtische, Lounge) | 2,50 bis 4,00 € pro m² und Monat | täglich, höhere Taktung als im klassischen Büro |
| Shared Kitchen / Teeküche | 3,50 bis 5,50 € pro m² und Monat | täglich, wegen Geschirr und Lebensmittelkontakt |
| Telefonzellen und Meetingräume | 2,80 bis 4,20 € pro m² und Monat | täglich, viele Berührungspunkte auf wenig Fläche |
| Zusatzreinigung zwischen Buchungen | 22 bis 35 € pro Stunde | nach Bedarf, meist tagsüber |
Ein Rechenbeispiel für einen Coworking Space mit 400 Quadratmetern offener Arbeitsfläche, 40 Quadratmetern Shared Kitchen und 30 Quadratmetern Telefonzellen: Die Arbeitsfläche kostet zwischen 1.000 und 1.600 Euro im Monat (400 × 2,50 Euro bis 400 × 4,00 Euro), die Kitchen kommt mit 140 bis 220 Euro hinzu (40 × 3,50 Euro bis 40 × 5,50 Euro), die Telefonzellen mit 84 bis 126 Euro (30 × 2,80 Euro bis 30 × 4,20 Euro). Zusammen liegt ein solcher Standort bei rund 1.220 bis 1.950 Euro monatlich, ohne Zusatztermine zwischen den Buchungen.
Wie sich Quadratmeterpreise bei Gewerbeflächen grundsätzlich zusammensetzen, erklärt der Ratgeber zu den Kosten der Gebäudereinigung pro m². Wo ein Angebot deutlich darunter liegt, lohnt der Blick auf die kalkulierte Zeit: Der Branchenmindestlohn in der Gebäudereinigung liegt 2026 in Lohngruppe 1 bei 15,00 Euro pro Stunde (Zoll, Mindestarbeitsbedingungen). Mit Sozialabgaben, Material und der höheren Taktung ist ein Stundensatz ab etwa 23 bis 25 Euro rechnerisch tragfähig.
Warum braucht ein Coworking Space eine engere Taktung als ein klassisches Büro?
In einem klassischen Büro nutzen dieselben Personen über Monate dieselben Schreibtische, im Coworking Space wechseln Tagesgäste, Freelancer und kleine Teams oft täglich. Jeder neue Nutzer bringt eigene Tassen, Essensreste und Gegenstände mit, und Schreibtische, die abends noch ordentlich aussahen, sind am nächsten Morgen wieder unübersichtlich.
Wie stark sich diese Fluktuation auf den Aufwand auswirkt, lässt sich am Begriff der Flächenleistung ablesen: Eine Reinigungskraft schafft pro Stunde deutlich weniger Fläche, wenn sie zwischen Tischen räumt und sortiert, statt nur zu wischen. Genau das treibt den Quadratmeterpreis eines Coworking Space über den eines ruhigen Einzelbüros.
Shared Kitchen und Telefonzellen: eigene Hygienepunkte
Die Shared Kitchen ist in den meisten Coworking Spaces der am stärksten genutzte Raum überhaupt, weil dort über den Tag verteilt ständig Kaffee gekocht, Geschirr gespült und Essen aufgewärmt wird. Spüle, Kühlschrankgriffe und Arbeitsflächen brauchen deshalb mehrfach am Tag Aufmerksamkeit, nicht nur eine Reinigung am Abend.
Telefonzellen und kleine Meetingräume sind zwar winzig im Vergleich zur Gesamtfläche, werden aber im Minutentakt von wechselnden Personen genutzt. Glaswände, Tischplatten und Lichtschalter sammeln entsprechend viele Fingerabdrücke, und gerade Glasflächen zeigen Verschmutzung sofort sichtbar.
Reinigung tagsüber zwischen Buchungen statt nur abends
Ein reiner Abendtermin reicht in einem gut besuchten Coworking Space selten aus. Telefonzellen und Meetingräume werden oft im Stundentakt neu gebucht, und ein Raum mit benutzten Tassen oder Krümeln auf dem Tisch wirkt sofort unprofessionell auf den nächsten Gast.
Viele Betreiber vereinbaren deshalb eine kurze Zusatzreinigung tagsüber, die gezielt stark frequentierte Räume zwischen Buchungen auffrischt, während die gründliche Reinigung der gesamten Fläche weiterhin abends stattfindet. Diese Kombination kostet mehr als ein einziger Abendtermin, spart dafür aber Beschwerden von Mitgliedern, die einen unordentlichen Raum vorfinden.
Coworking Space oder kleines Büro: wo liegt der Unterschied?
Ein kleines Büro mit festen Mitarbeitern kalkuliert über Stunden pro Woche, weil die Nutzung über den Monat relativ gleichmäßig bleibt. Ein Coworking Space schwankt dagegen deutlich stärker: Montage und Dienstage sind oft voller als Freitage, und Veranstaltungen in den Meetingräumen erzeugen Spitzen, die ein fester Wochenplan kaum abbildet.
Deshalb lohnt sich für die meisten Standorte eine Kombination aus festem Grundvertrag für die tägliche Reinigung und einem flexiblen Kontingent an Zusatzstunden, statt eines starren Plans wie bei einem kleinen klassischen Büro.
Welche Vertragsmodelle passen zu wechselnden Mietern?
Weil Coworking Spaces ihre eigenen Mitglieder nicht an die Reinigungsfirma binden können, liegt die Vertragshoheit immer beim Betreiber, nicht bei einzelnen Mietern. Üblich sind Jahresverträge mit einem festen Grundleistungsumfang für die laufende Unterhaltsreinigung, ergänzt um ein Stundenkontingent für Zusatztermine, das je nach Auslastung abgerufen wird.
Bei wachsenden Standorten lohnt sich außerdem eine Klausel, die den Vertrag an neue Flächen anpasst, sobald weitere Etagen oder Räume dazukommen, statt jedes Mal neu zu verhandeln. Einen Überblick über passende Fachbetriebe für die laufende Büroreinigung liefert die eigene Leistungsseite, viele davon betreuen auch Coworking Spaces als Teil ihres Gewerbeportfolios.
Worauf sollten Betreiber bei der Anbieterwahl achten?
- Erfahrung mit stark frequentierten Flächen. Ein Betrieb sollte bereits Objekte mit hoher Personenfluktuation betreut haben, nicht nur klassische Einzelbüros.
- Flexible Taktung im Angebot. Fragen Sie konkret nach einer Option für Zusatzreinigung zwischen Buchungen, nicht nur nach einem festen Abendtermin.
- Eigener Fokus auf Shared Kitchen und Glasflächen. Diese Bereiche zeigen Verschmutzung am schnellsten und sollten im Leistungsverzeichnis separat stehen.
- Skalierbarer Vertrag. Der Vertrag sollte sich anpassen lassen, wenn der Standort wächst oder neue Flächen dazukommen.
- Klare Reaktionszeit bei Beschwerden. Mitglieder bemerken einen unordentlichen Raum sofort, ein Betrieb sollte kurzfristig nachsteuern können.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Reinigung eines Coworking Space?
Warum ist ein Coworking Space teurer als ein vergleichbares klassisches Büro?
Reicht eine Reinigung am Abend für einen Coworking Space aus?
Welches Vertragsmodell passt zu einem Coworking Space?
Worauf sollten Betreiber bei der Anbieterwahl achten?
Fazit: Taktung und Fluktuation bestimmen den Preis
Coworking Space Reinigung kostet 2,50 bis 4,00 Euro pro Quadratmeter und Monat für offene Arbeitsflächen, Shared Kitchen liegt bei 3,50 bis 5,50 Euro. Entscheidend ist weniger die reine Fläche als die Personenfluktuation, die Taktung über den Tag und ob der Vertrag flexibel genug für schwankende Auslastung bleibt. Wer einen festen Grundvertrag mit einem Stundenkontingent für Zusatztermine kombiniert, vermeidet sowohl unnötige Leerkosten als auch unordentliche Räume zur Stoßzeit.
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