Eine Reinigungsfirma, die ihre Arbeitsstunde dauerhaft unter etwa 23 Euro anbietet, kann Lohn, Abgaben, Material und Versicherung rechnerisch nicht decken. Der Branchenmindestlohn allein liegt in der Gebäudereinigung bei 15,00 Euro, und davon ist noch keine Sozialabgabe bezahlt. Wer sich für ein günstiges Angebot entscheidet, sollte deshalb nicht fragen, ob es billig ist, sondern woher der Preis kommt. Dieser Ratgeber zeigt an einer Beispielrechnung, was ein Preis mindestens enthalten muss, woran die Differenz bei Billigangeboten gespart wird und wie Sie trotzdem eine günstige Firma finden.
Warum gibt es in der Reinigung einen Preiskampf?
Reinigung ist eine Leistung, die sich vor dem Kauf kaum beurteilen lässt. Ob ein Büro gründlich gereinigt wird, sehen Sie erst nach Wochen, der Preis steht dagegen sofort im Angebot. Dazu kommt, dass Angebote selten dieselbe Grundlage haben: Der eine Betrieb kalkuliert zwei Stunden, der andere eine, und beide schreiben „Büroreinigung wöchentlich“ ins Angebot. Die einzige Zahl, die sich nebeneinanderlegen lässt, ist der Preis. Also gewinnt der Betrieb, der am knappsten rechnet.
Hinzu kommt die Kostenstruktur. In der Gebäudereinigung ist Personal mit deutlichem Abstand der größte Kostenblock, Material und Maschinen fallen daneben kaum ins Gewicht. Wer einen Auftrag mit einem Preis gewinnen will, der unter dem seiner Mitbewerber liegt, kann nur an einer Stelle sparen: bei der Arbeitszeit pro Fläche oder beim Lohn pro Stunde. Beides trifft am Ende Sie als Kunden, nur nicht am Tag der Unterschrift.
Was ein Stundensatz tragen muss
Der Stundensatz einer Reinigungsfirma ist nicht der Lohn der Reinigungskraft, sondern der Preis, den der Betrieb für eine Arbeitsstunde berechnen muss, um zu bestehen. Er setzt sich aus mehreren Blöcken zusammen:
- Lohn: mindestens der Branchenmindestlohn, 2026 in Lohngruppe 1 bei 15,00 Euro, in Lohngruppe 6 bei 18,40 Euro. Er ist nicht mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro zu verwechseln.
- Arbeitgeberanteile: Sozialversicherung und Unfallversicherung kommen zum Bruttolohn dazu.
- Bezahlte Zeit ohne Reinigung: Urlaub, Krankheit und Feiertage werden bezahlt, ohne dass gereinigt wird.
- Material und Technik: Reinigungsmittel, Tücher, Maschinen, Fahrzeug und die Fahrtzeit zwischen den Objekten.
- Versicherung, Verwaltung und Objektleitung: Betriebshaftpflicht, Abrechnung, Einarbeitung und jemand, der kontrolliert.
- Gewinn: ein kleiner Anteil, ohne den kein Betrieb dauerhaft arbeitet.
Zusammen ergibt das einen Stundensatz ab etwa 23 bis 25 Euro. Das ist eine redaktionelle Näherung und keine amtliche Zahl. Die Hintergründe zur Mindestlohnstaffel finden Sie beim Zoll zu den Mindestarbeitsbedingungen.
Rechenbeispiel: 300 Quadratmeter Büro, einmal pro Woche
Angenommen, Sie suchen eine Firma für 300 Quadratmeter Einzelbüros mit Schreibtischen, einmal pro Woche. Als Richtwert nehmen wir 150 Quadratmeter Flächenleistung je Stunde, das liegt in der Spanne für diese Raumart, die der Ratgeber zur Flächenleistung ausweist. Dazu 15 Minuten Rüstzeit je Einsatz und 4,33 Einsätze im Monat. Daraus ergeben sich 2,25 Stunden je Einsatz und gut 9,7 Stunden im Monat.
| Annahme für den Stundensatz | Je Einsatz | Je Monat | Je m² und Monat |
|---|---|---|---|
| 15,00 €, nur Mindestlohn, ohne jeden Aufschlag | 33,75 € | 146 € | 0,49 € |
| 23,00 €, untere Grenze eines tragfähigen Satzes | 51,75 € | 224 € | 0,75 € |
| 25,00 €, obere Grenze eines tragfähigen Satzes | 56,25 € | 244 € | 0,81 € |
Die letzte Zeile liegt am unteren Rand dessen, was unsere Kostenübersicht für Büroreinigung ausweist. Ein Angebot über 120 Euro im Monat für dieselbe Leistung entspricht einem Stundensatz von 12,32 Euro. Das liegt unter dem Branchenmindestlohn, noch bevor ein Cent Sozialabgabe, Material oder Gewinn bezahlt ist. Entweder fehlt dann Arbeitszeit, oder es fehlt Lohn, oder beides.
Woran Billigangebote sparen
Wenn ein Preis nicht aufgeht, wird die Lücke geschlossen. Das geschieht fast immer auf einem von vier Wegen:
An der Zeit. Die Reinigungskraft bekommt für eine Fläche weniger Minuten, als sie braucht. Erfahrungsgemäß leiden zuerst Ecken, Sanitär und Handläufe. Die Mängel tauchen nicht am ersten Tag auf, sondern nach einigen Wochen.
Am Lohn. Das kann von Bezahlung unter Tarif über Scheinselbständigkeit bis zu Arbeit ohne Anmeldung reichen. Für Sie als Auftraggeber ist das nicht nur eine Frage der Fairness: Ohne ordnungsgemäße Rechnung entfällt die steuerliche Absetzbarkeit, und im Schadensfall haben Sie wenig in der Hand. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung.
In der Kette. Der Auftrag wird an Subunternehmer weitergegeben, die ihrerseits weitergeben. Am Ende reinigt jemand, den niemand im Betrieb kennt, und niemand fühlt sich für Ihr Objekt verantwortlich.
Bei den Nebenkosten. Versicherung, Einarbeitung, Ersatzkraft bei Krankheit und Kontrolle sind unsichtbar, solange nichts passiert. Sie sind die ersten Posten, die in einer knappen Kalkulation fehlen.
Welche Signale darauf hindeuten, führt der Ratgeber zu den Warnsignalen einer unseriösen Reinigungsfirma im Einzelnen auf. Der Preis ist dabei nur das erste.
So finden Sie eine günstige Firma ohne Dumpingpreis
Günstig und billig sind verschiedene Dinge. Günstig ist, was seinen Preis erklären kann. Diese sechs Schritte helfen, den Unterschied zu erkennen:
- Leistung zuerst festlegen. Welche Räume, wie oft, in welchem Zeitfenster, mit welchem Ergebnis? Ohne diese Liste vergleichen Sie Preise für unterschiedliche Leistungen.
- Alle Anbieter gleich anfragen. Dieselbe Flächenaufstellung, dieselbe Frequenz. Wie ein fairer Vergleich aufgebaut ist, zeigt der Ratgeber Reinigungsangebote vergleichen.
- Angebote zurückrechnen. Mit der Formel oben sehen Sie in zwei Minuten, welches Angebot rechnerisch nicht aufgehen kann.
- Über den Umfang sparen, nicht über die Qualität. Büros einmal pro Woche und Sanitär zweimal ist oft günstiger als alles zweimal, und der Unterschied fällt kaum auf.
- Nachweise verlangen. Betriebshaftpflicht, Anmeldung der Beschäftigten und die Zusage, tariflich zu bezahlen, gehören schriftlich in das Angebot.
- Eine Probephase vereinbaren. Vier bis acht Wochen mit kurzer Kündigungsfrist zeigen, ob die Rechnung im Alltag aufgeht.
Wer diese Schritte nicht selbst gehen möchte, kann den Reinigungsfinder nutzen. Dort schildern Sie Ihr Anliegen in wenigen Fragen, und wir sagen Ihnen offen, ob es in Ihrer Region einen Partnerbetrieb gibt.
Warum Reinigungsfirma Hiwa uns empfiehlt
Reinigungsfirma Hiwa aus München nimmt bis voraussichtlich 2027 keine neuen Aufträge an. Wer dort anfragt, kann sich auf eine Warteliste setzen lassen oder wird an Reinigungsvergleich verwiesen. Hiwa sieht in dem Preiskampf, den dieser Ratgeber beschreibt, ein großes Problem der Branche. Mit der Empfehlung hofft Hiwa, Interessenten, die nicht bis 2027 warten können, die Chance zu geben, eine gute Reinigungsfirma zu finden. Überzeugt hat Hiwa nach eigener Aussage das Prüfverfahren von Reinigungsvergleich.
Dieses Verfahren ist auf der Seite Redaktion und Methodik beschrieben. Für die Aufnahme in das Verzeichnis gelten fünf Kriterien: Betriebshaftpflicht ab 2 Millionen Euro Deckung, Steuerunterlagen, eine nachvollziehbare Personalstruktur, mindestens zwei Referenzkunden und ein persönliches Gespräch mit der Geschäftsführung. Bei jedem gelisteten Betrieb werden Firmierung, Rechtsform und Anschrift gegen das Impressum geprüft. Reinigungsvergleich ist dabei kein Prüflabor und führt keine eigenen Reinigungstests durch.
Häufig gestellte Fragen
Was darf eine Reinigungsfirma pro Stunde mindestens kosten?
Ist ein günstiges Angebot immer unseriös?
Wie rechne ich ein Angebot auf den Stundensatz zurück?
Wie spare ich bei der Reinigung, ohne dass die Qualität leidet?
Ist die Empfehlung von Hiwa unabhängig?
Fazit: Günstig ist, was seinen Preis erklären kann
Der Preiskampf in der Reinigung entsteht, weil sich Qualität schlecht vergleichen lässt und der Preis die einzige Zahl im Angebot ist. Wer ihm folgt, kauft häufig weniger Zeit oder weniger Lohn ein, als die Fläche verlangt. Rechnen Sie Angebote zurück, legen Sie die Leistung vor dem Preis fest und sparen Sie lieber am Umfang als an der Gründlichkeit. Dann finden Sie eine Firma, die günstig ist, ohne zu den Dumpinganbietern zu gehören.
Beantworten Sie 8 kurze Fragen. Gibt es in Ihrer Region einen geprüften Partnerbetrieb, stellen wir kostenlos den Kontakt her. Wenn nicht, sagen wir es Ihnen offen.



