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Ratgeber & Kosten

Günstige Reinigungsfirma: Wann Billig zum Risiko wird

Was eine Reinigung mindestens kosten muss, warum der Preiskampf Kunden schadet und wie Sie eine günstige Firma ohne Dumpingpreis finden.

5. Oktober 20269 min LesezeitRedaktion Reinigungsvergleich
Drei Reinigungskräfte in roten Latzhosen mit Staubsauger und Wischer in einem hellen Raum

Eine Reinigungsfirma, die ihre Arbeitsstunde dauerhaft unter etwa 23 Euro anbietet, kann Lohn, Abgaben, Material und Versicherung rechnerisch nicht decken. Der Branchenmindestlohn allein liegt in der Gebäudereinigung bei 15,00 Euro, und davon ist noch keine Sozialabgabe bezahlt. Wer sich für ein günstiges Angebot entscheidet, sollte deshalb nicht fragen, ob es billig ist, sondern woher der Preis kommt. Dieser Ratgeber zeigt an einer Beispielrechnung, was ein Preis mindestens enthalten muss, woran die Differenz bei Billigangeboten gespart wird und wie Sie trotzdem eine günstige Firma finden.

15,00 €
Branchenmindestlohn Gebäudereinigung, Lohngruppe 1
23 bis 25 €
Rechnerisch tragfähiger Stundensatz einer Reinigungsfirma
0,80 bis 2,50 €
Büroreinigung je m² und Monat bei wöchentlicher Reinigung

Warum gibt es in der Reinigung einen Preiskampf?

Reinigung ist eine Leistung, die sich vor dem Kauf kaum beurteilen lässt. Ob ein Büro gründlich gereinigt wird, sehen Sie erst nach Wochen, der Preis steht dagegen sofort im Angebot. Dazu kommt, dass Angebote selten dieselbe Grundlage haben: Der eine Betrieb kalkuliert zwei Stunden, der andere eine, und beide schreiben „Büroreinigung wöchentlich“ ins Angebot. Die einzige Zahl, die sich nebeneinanderlegen lässt, ist der Preis. Also gewinnt der Betrieb, der am knappsten rechnet.

Hinzu kommt die Kostenstruktur. In der Gebäudereinigung ist Personal mit deutlichem Abstand der größte Kostenblock, Material und Maschinen fallen daneben kaum ins Gewicht. Wer einen Auftrag mit einem Preis gewinnen will, der unter dem seiner Mitbewerber liegt, kann nur an einer Stelle sparen: bei der Arbeitszeit pro Fläche oder beim Lohn pro Stunde. Beides trifft am Ende Sie als Kunden, nur nicht am Tag der Unterschrift.

Was ein Stundensatz tragen muss

Der Stundensatz einer Reinigungsfirma ist nicht der Lohn der Reinigungskraft, sondern der Preis, den der Betrieb für eine Arbeitsstunde berechnen muss, um zu bestehen. Er setzt sich aus mehreren Blöcken zusammen:

  1. Lohn: mindestens der Branchenmindestlohn, 2026 in Lohngruppe 1 bei 15,00 Euro, in Lohngruppe 6 bei 18,40 Euro. Er ist nicht mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro zu verwechseln.
  2. Arbeitgeberanteile: Sozialversicherung und Unfallversicherung kommen zum Bruttolohn dazu.
  3. Bezahlte Zeit ohne Reinigung: Urlaub, Krankheit und Feiertage werden bezahlt, ohne dass gereinigt wird.
  4. Material und Technik: Reinigungsmittel, Tücher, Maschinen, Fahrzeug und die Fahrtzeit zwischen den Objekten.
  5. Versicherung, Verwaltung und Objektleitung: Betriebshaftpflicht, Abrechnung, Einarbeitung und jemand, der kontrolliert.
  6. Gewinn: ein kleiner Anteil, ohne den kein Betrieb dauerhaft arbeitet.

Zusammen ergibt das einen Stundensatz ab etwa 23 bis 25 Euro. Das ist eine redaktionelle Näherung und keine amtliche Zahl. Die Hintergründe zur Mindestlohnstaffel finden Sie beim Zoll zu den Mindestarbeitsbedingungen.

Rechenbeispiel: 300 Quadratmeter Büro, einmal pro Woche

Angenommen, Sie suchen eine Firma für 300 Quadratmeter Einzelbüros mit Schreibtischen, einmal pro Woche. Als Richtwert nehmen wir 150 Quadratmeter Flächenleistung je Stunde, das liegt in der Spanne für diese Raumart, die der Ratgeber zur Flächenleistung ausweist. Dazu 15 Minuten Rüstzeit je Einsatz und 4,33 Einsätze im Monat. Daraus ergeben sich 2,25 Stunden je Einsatz und gut 9,7 Stunden im Monat.

Annahme für den StundensatzJe EinsatzJe MonatJe m² und Monat
15,00 €, nur Mindestlohn, ohne jeden Aufschlag33,75 €146 €0,49 €
23,00 €, untere Grenze eines tragfähigen Satzes51,75 €224 €0,75 €
25,00 €, obere Grenze eines tragfähigen Satzes56,25 €244 €0,81 €

Die letzte Zeile liegt am unteren Rand dessen, was unsere Kostenübersicht für Büroreinigung ausweist. Ein Angebot über 120 Euro im Monat für dieselbe Leistung entspricht einem Stundensatz von 12,32 Euro. Das liegt unter dem Branchenmindestlohn, noch bevor ein Cent Sozialabgabe, Material oder Gewinn bezahlt ist. Entweder fehlt dann Arbeitszeit, oder es fehlt Lohn, oder beides.

Woran Billigangebote sparen

Wenn ein Preis nicht aufgeht, wird die Lücke geschlossen. Das geschieht fast immer auf einem von vier Wegen:

An der Zeit. Die Reinigungskraft bekommt für eine Fläche weniger Minuten, als sie braucht. Erfahrungsgemäß leiden zuerst Ecken, Sanitär und Handläufe. Die Mängel tauchen nicht am ersten Tag auf, sondern nach einigen Wochen.

Am Lohn. Das kann von Bezahlung unter Tarif über Scheinselbständigkeit bis zu Arbeit ohne Anmeldung reichen. Für Sie als Auftraggeber ist das nicht nur eine Frage der Fairness: Ohne ordnungsgemäße Rechnung entfällt die steuerliche Absetzbarkeit, und im Schadensfall haben Sie wenig in der Hand. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung.

In der Kette. Der Auftrag wird an Subunternehmer weitergegeben, die ihrerseits weitergeben. Am Ende reinigt jemand, den niemand im Betrieb kennt, und niemand fühlt sich für Ihr Objekt verantwortlich.

Bei den Nebenkosten. Versicherung, Einarbeitung, Ersatzkraft bei Krankheit und Kontrolle sind unsichtbar, solange nichts passiert. Sie sind die ersten Posten, die in einer knappen Kalkulation fehlen.

Welche Signale darauf hindeuten, führt der Ratgeber zu den Warnsignalen einer unseriösen Reinigungsfirma im Einzelnen auf. Der Preis ist dabei nur das erste.

So finden Sie eine günstige Firma ohne Dumpingpreis

Günstig und billig sind verschiedene Dinge. Günstig ist, was seinen Preis erklären kann. Diese sechs Schritte helfen, den Unterschied zu erkennen:

  1. Leistung zuerst festlegen. Welche Räume, wie oft, in welchem Zeitfenster, mit welchem Ergebnis? Ohne diese Liste vergleichen Sie Preise für unterschiedliche Leistungen.
  2. Alle Anbieter gleich anfragen. Dieselbe Flächenaufstellung, dieselbe Frequenz. Wie ein fairer Vergleich aufgebaut ist, zeigt der Ratgeber Reinigungsangebote vergleichen.
  3. Angebote zurückrechnen. Mit der Formel oben sehen Sie in zwei Minuten, welches Angebot rechnerisch nicht aufgehen kann.
  4. Über den Umfang sparen, nicht über die Qualität. Büros einmal pro Woche und Sanitär zweimal ist oft günstiger als alles zweimal, und der Unterschied fällt kaum auf.
  5. Nachweise verlangen. Betriebshaftpflicht, Anmeldung der Beschäftigten und die Zusage, tariflich zu bezahlen, gehören schriftlich in das Angebot.
  6. Eine Probephase vereinbaren. Vier bis acht Wochen mit kurzer Kündigungsfrist zeigen, ob die Rechnung im Alltag aufgeht.

Wer diese Schritte nicht selbst gehen möchte, kann den Reinigungsfinder nutzen. Dort schildern Sie Ihr Anliegen in wenigen Fragen, und wir sagen Ihnen offen, ob es in Ihrer Region einen Partnerbetrieb gibt.

Warum Reinigungsfirma Hiwa uns empfiehlt

Reinigungsfirma Hiwa aus München nimmt bis voraussichtlich 2027 keine neuen Aufträge an. Wer dort anfragt, kann sich auf eine Warteliste setzen lassen oder wird an Reinigungsvergleich verwiesen. Hiwa sieht in dem Preiskampf, den dieser Ratgeber beschreibt, ein großes Problem der Branche. Mit der Empfehlung hofft Hiwa, Interessenten, die nicht bis 2027 warten können, die Chance zu geben, eine gute Reinigungsfirma zu finden. Überzeugt hat Hiwa nach eigener Aussage das Prüfverfahren von Reinigungsvergleich.

Dieses Verfahren ist auf der Seite Redaktion und Methodik beschrieben. Für die Aufnahme in das Verzeichnis gelten fünf Kriterien: Betriebshaftpflicht ab 2 Millionen Euro Deckung, Steuerunterlagen, eine nachvollziehbare Personalstruktur, mindestens zwei Referenzkunden und ein persönliches Gespräch mit der Geschäftsführung. Bei jedem gelisteten Betrieb werden Firmierung, Rechtsform und Anschrift gegen das Impressum geprüft. Reinigungsvergleich ist dabei kein Prüflabor und führt keine eigenen Reinigungstests durch.

Häufig gestellte Fragen

Was darf eine Reinigungsfirma pro Stunde mindestens kosten?
Eine feste gesetzliche Untergrenze für den Preis gibt es nicht, aber der Lohn ist nach unten gebunden. Der Branchenmindestlohn der Gebäudereinigung beträgt 2026 in Lohngruppe 1 15,00 Euro, in Lohngruppe 6 18,40 Euro. Mit Sozialabgaben, Ausfallzeiten, Material, Versicherung und Gewinn ist ein Betrieb rechnerisch erst ab etwa 23 bis 25 Euro je Arbeitsstunde tragfähig.
Ist ein günstiges Angebot immer unseriös?
Nein. Ein niedriger Preis kann aus kurzen Wegen, eingespielten Teams oder einer Präsenz im Gebäude stammen. Entscheidend ist, ob er sich erklären lässt. Rechnen Sie das Angebot auf den Stundensatz zurück und fragen Sie nach, wie viel Zeit für Ihre Fläche eingeplant ist.
Wie rechne ich ein Angebot auf den Stundensatz zurück?
Teilen Sie die Fläche durch die Flächenleistung der Raumart, addieren Sie die Rüstzeit und multiplizieren Sie mit den Einsätzen pro Woche und mit 4,33. Das sind die Arbeitsstunden im Monat. Der Monatspreis geteilt durch diese Stunden ergibt den Stundensatz, der im Angebot steckt.
Wie spare ich bei der Reinigung, ohne dass die Qualität leidet?
Über den Leistungsumfang statt über den Stundenpreis. Sanitärräume brauchen häufigere Reinigung als Einzelbüros, Besprechungsräume weniger als Küchen. Wer die Frequenz nach Raumgruppen staffelt, zahlt für Zeit, die gebraucht wird, und nicht für Reinigung, die niemand bemerkt.
Ist die Empfehlung von Hiwa unabhängig?
Nicht im Sinn einer neutralen Marktbewertung. Die Betreiberin von Reinigungsvergleich arbeitet mit Hiwa zusammen, auch wenn Hiwa uns bisher nichts bezahlt hat. Das Verzeichnis ist außerdem eine kuratierte Auswahl von Betrieben, die wir aus der Zusammenarbeit kennen. Unabhängig sind die redaktionellen Inhalte, also Ratgeber, Preisübersichten und Lexikon. Beides legen wir auf der Seite Transparenz offen.

Fazit: Günstig ist, was seinen Preis erklären kann

Der Preiskampf in der Reinigung entsteht, weil sich Qualität schlecht vergleichen lässt und der Preis die einzige Zahl im Angebot ist. Wer ihm folgt, kauft häufig weniger Zeit oder weniger Lohn ein, als die Fläche verlangt. Rechnen Sie Angebote zurück, legen Sie die Leistung vor dem Preis fest und sparen Sie lieber am Umfang als an der Gründlichkeit. Dann finden Sie eine Firma, die günstig ist, ohne zu den Dumpinganbietern zu gehören.

Beantworten Sie 8 kurze Fragen. Gibt es in Ihrer Region einen geprüften Partnerbetrieb, stellen wir kostenlos den Kontakt her. Wenn nicht, sagen wir es Ihnen offen.

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Redaktion Reinigungsvergleich
Unabhängige Ratgeber-Redaktion
Veröffentlicht am 5. Oktober 2026

Wir schreiben Ratgeber, Preisübersichten und Lexikoneinträge unabhängig von den gelisteten Betrieben, und niemand bezahlt für einen redaktionellen Inhalt. Das Anbieterverzeichnis ist davon getrennt: eine kuratierte Auswahl aus Betrieben, deren Arbeitsweise wir aus eigener Zusammenarbeit kennen, kein neutraler Marktüberblick. Vor der Aufnahme prüfen wir Impressum und Rechtsform an der Quelle. Betriebshaftpflicht, Steuerunterlagen und Referenzkundengespräche sind Aufnahmebedingung.

Schwerpunkte:Anbieter-Recherche & VerifizierungMarktdaten & PreisanalyseVerbraucher-RatgeberB2B-Gewerbereinigung

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