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Ratgeber & Kosten

Reinigungskraft anmelden: Minijob richtig abwickeln

3. September 20268 min Lesezeit

Putzhilfe legal anmelden: Haushaltsscheck, Abgaben und Steuerbonus im Überblick, plus was bei Schwarzarbeit tatsächlich auf dem Spiel steht.

Eine Reinigungskraft im Privathaushalt melden Sie mit dem Haushaltsscheck bei der Minijob-Zentrale an und zahlen darauf rund 15 Prozent Pauschalabgaben auf den Bruttolohn. Die Anmeldung selbst kostet nichts und dauert wenige Minuten. Dafür bekommen Sie über § 35a Abs. 1 EStG 20 Prozent Ihrer Kosten zurück, maximal 510 Euro im Jahr. Wer ohne Anmeldung beschäftigt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 300.000 Euro und steht bei jedem Unfall in der eigenen Wohnung allein da. Dieser Ratgeber zeigt, wie die Anmeldung abläuft, was sie konkret kostet und warum eine Reinigungsfirma steuerlich oft deutlich mehr bringt.

Was kostet eine angemeldete Reinigungskraft im Monat?

603 €
Minijob-Grenze pro Monat (2026)
13,90 €
Gesetzlicher Mindestlohn pro Stunde
rund 15 %
Pauschalabgaben im Haushaltsscheck

Verdienstgrenze und Mindestlohn hängen direkt zusammen und begrenzen gemeinsam den Stundenumfang. Bei 13,90 Euro pro Stunde ist die Grenze von 603 Euro nach rund 43 Stunden erreicht (603 geteilt durch 13,90 ergibt 43,4). Das sind knapp zehn Stunden pro Woche. Wer dauerhaft mehr Unterstützung braucht, verlässt den Minijob und landet entweder in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis oder bei einer Reinigungsfirma.

Ein typisches Beispiel: vier Einsätze zu je drei Stunden im Monat, bezahlt zum gesetzlichen Mindestlohn.

PositionBerechnungBetrag
Arbeitszeit4 Einsätze zu je 3 Stunden12 Stunden
Bruttolohn12 h x 13,90 €166,80 €
Pauschalabgabenrund 15 % von 166,80 €25,02 €
Kosten pro Monat166,80 € plus 25,02 €191,82 €
Kosten pro Jahr191,82 € x 122.301,84 €
Steuerbonus20 % von 2.301,84 €460,37 €
Effektive Jahreskosten2.301,84 € minus 460,37 €1.841,47 €

Der Steuerbonus ist schneller gedeckelt, als die meisten Haushalte erwarten. 510 Euro sind bei 2.550 Euro Jahreskosten ausgeschöpft (510 geteilt durch 0,20), also bereits bei rund 213 Euro im Monat. Im Beispiel oben bleiben Sie mit 191,82 Euro knapp darunter. Jede zusätzliche Stunde darüber zahlen Sie voll aus eigener Tasche. Marktübliche Stundensätze im Vergleich finden Sie im Überblick zu Putzfrau-Kosten.

Wie melden Sie eine Reinigungskraft mit dem Haushaltsscheck an?

Die Anmeldung läuft ausschließlich über die Minijob-Zentrale, online oder per Formular. Sie brauchen dafür nur wenige Angaben, und die Reinigungskraft muss nichts weiter tun, als Ihnen ihre Daten zu geben und den Scheck mit zu unterschreiben.

  1. Daten sammeln. Name, Anschrift, Geburtsdatum und Sozialversicherungsnummer der Reinigungskraft. Fehlt die Nummer, vergibt die Minijob-Zentrale sie über die Rentenversicherung.
  2. Haushaltsscheck ausfüllen. Sie tragen Beginn des Arbeitsverhältnisses, vereinbarten Stundenlohn oder Monatslohn und die Tätigkeit ein. Beide Seiten unterschreiben.
  3. Lastschriftmandat erteilen. Ohne SEPA-Mandat geht es nicht, die Abgaben werden ausschließlich per Lastschrift eingezogen.
  4. Unfallversicherung anmelden. Die Unfallversicherung bei der zuständigen Unfallkasse ist für private Arbeitgeber Pflicht. Über den Haushaltsscheck wird die Meldung in der Regel gleich mit angestoßen.
  5. Abrechnung abwarten. Die Minijob-Zentrale rechnet die Pauschalabgaben halbjährlich ab und bucht sie zweimal im Jahr ab. Sie zahlen also nicht monatlich.
  6. Bescheinigung aufheben. Am Jahresanfang erhalten Sie eine Bescheinigung über die gezahlten Beträge. Genau dieses Dokument brauchen Sie für die Steuererklärung.

Änderungen beim Lohn oder das Ende des Arbeitsverhältnisses melden Sie ebenfalls mit einem Haushaltsscheck. Wer das vergisst, zahlt weiter Abgaben für eine Beschäftigung, die längst beendet ist.

Welche Pflichten haben Sie als privater Arbeitgeber?

Mit der Anmeldung werden Sie Arbeitgeber, mit allem, was dazugehört. Das klingt nach viel, ist im Alltag aber überschaubar, solange Sie die folgenden Punkte kennen:

  • Mindestlohn zahlen. 13,90 Euro pro Stunde sind 2026 die Untergrenze, auch im Privathaushalt und auch bei Barzahlung.
  • Arbeitszeiten aufzeichnen. Ein einfaches Blatt mit Datum, Beginn, Ende und Summe reicht völlig aus.
  • Urlaub und Entgeltfortzahlung gewähren. Auch Minijobber haben Anspruch auf bezahlten Urlaub und auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
  • Unfallversicherung führen. Der Beitrag richtet sich nach der Satzung der zuständigen Unfallkasse und wird separat erhoben.

Der tarifliche Mindestlohn der Gebäudereinigung liegt in der Innenreinigung 2026 bei 14,25 Euro pro Stunde. Er gilt für gewerbliche Reinigungsfirmen und deren Beschäftigte, nicht für Ihre private Haushaltshilfe im Minijob. Was hinter dieser Unterscheidung steckt, erklärt das Stichwort Tarifvertrag Gebäudereinigung. Wie sich die Verdienste insgesamt entwickelt haben, zeigt der Gehaltsüberblick 2026.

Minijob oder Reinigungsfirma: Was lohnt sich für wen?

Beide Wege sind legal, beide bringen 20 Prozent Steuerbonus, aber die Höchstbeträge unterscheiden sich massiv. Genau dieser Punkt entscheidet bei größeren Haushalten über mehrere hundert Euro im Jahr.

KriteriumMinijob im HaushaltReinigungsfirma
AnmeldungHaushaltsscheck bei der Minijob-ZentraleKeine, Sie kaufen eine Dienstleistung ein
Lohnnebenkostenrund 15 % Pauschalabgabenim Rechnungspreis enthalten
Lohnuntergrenze13,90 € gesetzlicher Mindestlohn14,25 € Tariflohn Innenreinigung
Steuerbonus20 %, max. 510 € pro Jahr (§ 35a Abs. 1 EStG)20 % der Arbeitskosten, max. 4.000 € pro Jahr (§ 35a Abs. 2 EStG)
Ausfall bei KrankheitLohn läuft weiter, Ersatz organisieren Sie selbstVertretung stellt der Anbieter
Schäden in der Wohnungoft Streitfall mit der PrivathaftpflichtBetriebshaftpflicht des Anbieters
Aufwand für SieAnmeldung, Lohn, Urlaub, UnfallkasseRechnung prüfen und überweisen

Wichtig bei der Firmenvariante: Absetzbar sind nur die Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten, nicht das Material. Und die Rechnung muss unbar bezahlt werden, Bargeld erkennt das Finanzamt nicht an. Was sonst noch unter die Regelung fällt, steht im Lexikoneintrag haushaltsnahe Dienstleistung. Dieser Text ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Steuerberatung. Ob und in welcher Höhe die Beträge in Ihrem Fall anrechenbar sind, klären Sie mit Ihrem Steuerbüro.

Wer haftet, wenn in der Wohnung etwas passiert?

Bei Sachschäden zählt, wer beauftragt hat. Zerkratzt eine angestellte Reinigungskraft das Parkett, greift im besten Fall ihre private Haftpflichtversicherung, sofern diese Tätigkeiten im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses überhaupt einschließt. Das ist häufig nicht der Fall, und dann bleibt der Schaden im Raum stehen. Beauftragen Sie dagegen eine Firma, reguliert deren Betriebshaftpflicht.

Bei Personenschäden ist die Lage eindeutiger. Stürzt eine angemeldete Reinigungskraft bei Ihnen von der Leiter, ist das ein Arbeitsunfall, und die Unfallkasse übernimmt Behandlung und Rehabilitation. Ohne Anmeldung existiert dieser Schutz nicht.

Was riskieren Sie bei Schwarzarbeit?

Die Anmeldung kostet ein paar Minuten, das Weglassen kann sehr teuer werden. Neben dem Bußgeld drohen Nachzahlungen für Sozialabgaben, und der Steuerbonus entfällt rückwirkend komplett.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann muss ich eine Reinigungskraft anmelden?
Sobald jemand gegen Bezahlung regelmäßig in Ihrem Haushalt arbeitet, besteht Meldepflicht. Es gibt keine Bagatellgrenze nach unten: Auch zwei Stunden im Monat sind ein meldepflichtiger Minijob. Erst oberhalb von 603 Euro Monatsverdienst endet der Minijob und es wird ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis daraus.
Was kostet die Anmeldung über den Haushaltsscheck?
Die Anmeldung selbst ist kostenlos. Laufend fallen rund 15 Prozent Pauschalabgaben auf den Bruttolohn an, dazu der Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung. Bei 166,80 Euro Monatslohn sind das etwa 25 Euro Abgaben, also rund 192 Euro Gesamtkosten pro Monat.
Wie viele Stunden darf eine Reinigungskraft im Minijob arbeiten?
Bei 13,90 Euro Mindestlohn und der Grenze von 603 Euro sind es maximal rund 43 Stunden im Monat, also knapp zehn Stunden pro Woche. Zahlen Sie freiwillig mehr als den Mindestlohn, sinkt die mögliche Stundenzahl entsprechend, weil die Verdienstgrenze unverändert bleibt.
Wie hoch ist der Steuerbonus für eine Haushaltshilfe?
Beim Minijob im Privathaushalt sind es 20 Prozent der Kosten, höchstens 510 Euro pro Jahr. Bei Beauftragung einer Reinigungsfirma sind es ebenfalls 20 Prozent, aber bis zu 4.000 Euro jährlich auf die Arbeitskosten. Voraussetzung dort: Rechnung vorhanden und unbar bezahlt.
Was passiert, wenn die Reinigungskraft sich bei mir verletzt?
Bei angemeldeter Beschäftigung gilt der Vorfall als Arbeitsunfall, und die zuständige Unfallkasse übernimmt Behandlung und Folgekosten. Ohne Anmeldung besteht dieser Schutz nicht, und Sie können als Auftraggeber persönlich für Behandlungs- und Verdienstausfallkosten in Anspruch genommen werden.

Fazit: Anmelden ist billiger als das Risiko

Die Anmeldung über den Haushaltsscheck kostet rund 15 Prozent Pauschalabgaben und ein paar Minuten Papierkram. Dagegen stehen bis zu 300.000 Euro Bußgeld, fehlender Unfallschutz und ein verlorener Steuerbonus. Wer nur wenige Stunden im Monat braucht, fährt mit dem Minijob gut. Wer mehr Leistung einkauft, sollte den Höchstbetrag von 4.000 Euro bei Firmenrechnungen im Blick behalten, denn er ist fast achtmal so hoch wie die 510 Euro im Minijob.

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Redaktion Reinigungsvergleich
Unabhängige Redaktion
Veröffentlicht am 3. September 2026

Unsere Redaktion recherchiert unabhängig und prüft jeden Anbieter anhand eines dokumentierten Kriterienkatalogs (Versicherungsnachweis, Steuerunterlagen, Referenzkundengespräche), bevor er empfohlen wird. Wir veröffentlichen ohne bezahlte Platzierungen.

Schwerpunkte:Anbieter-Recherche & VerifizierungMarktdaten & PreisanalyseVerbraucher-RatgeberB2B-Gewerbereinigung

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