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Reinigungskraft Gehalt 2026: Was verdient man in der Gebäudereinigung?

5. Juli 20267 min Lesezeit

Was verdient eine Reinigungskraft 2026 wirklich? Tarifliche Lohngruppen, Mindestlohn, Aufstiegschancen und warum die Bezahlung auch für Kunden ein Qualitätssignal ist.

Das Gebäudereiniger-Handwerk ist eines der wenigen Branchen in Deutschland mit einem staatlich für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrag. Das bedeutet: Der Lohn ist nicht Verhandlungssache, sondern verbindlich geregelt, unabhängig davon, ob ein Betrieb tarifgebunden ist oder nicht. Wer wissen will, was eine Reinigungskraft 2026 verdient, findet die Antwort direkt im Tarifwerk, nicht in vagen Gehaltsschätzungen.

Die tariflichen Lohngruppen im Überblick

Der Rahmentarifvertrag für die gewerblichen Beschäftigten in der Gebäudereinigung, ausgehandelt zwischen dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und der Gewerkschaft IG BAU, unterteilt die Tätigkeiten in Lohngruppen mit unterschiedlicher Bezahlung.

14,25 €
Lohngruppe 1 (Unterhaltsreinigung), Stundenlohn 2026
16–18 €
Lohngruppe für Glas-/Fassadenreinigung
2.500–3.200 €
Monatliches Bruttogehalt Vollzeit, je nach Lohngruppe
  • Lohngruppe 1 – Unterhaltsreinigung: Klassische laufende Reinigung von Büros, Treppenhäusern, Praxen. Dies ist die Einstiegsgruppe und entspricht dem gesetzlichen Mindestlohn für die Branche.
  • Höhere Lohngruppen – Glas- und Fassadenreinigung: Reinigung in Höhen, an Fassaden oder mit Spezialtechnik wird deutlich höher vergütet, da zusätzliche Qualifikation und höheres Risiko verlangt werden.
  • Vorarbeiter und Objektleitung: Wer Teams koordiniert oder ganze Objekte verantwortet, steigt in eine eigene, klar abgegrenzte Vergütungsstufe auf.

Was ein Vollzeitgehalt konkret bedeutet

Bei einer Vollzeitstelle mit rund 174 bis 176 Stunden im Monat ergibt sich in Lohngruppe 1 ein Bruttogehalt von etwa 2.480 bis 2.510 Euro. In den höheren Lohngruppen für Glas- und Fassadenreinigung liegt das Bruttogehalt bei vergleichbarer Stundenzahl entsprechend bei rund 2.800 bis 3.200 Euro. Viele Beschäftigte in der Branche arbeiten allerdings in Teilzeit oder im Rahmen mehrerer kleinerer Reinigungsobjekte, wodurch sich das tatsächliche Monatseinkommen individuell stark unterscheidet.

Was das Gehalt zusätzlich beeinflusst

  • Zuschläge: Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit werden zusätzlich zum Grundlohn vergütet.
  • Erschwerniszulagen: Für besonders schmutzintensive oder belastende Tätigkeiten kann eine Zulage anfallen.
  • Betriebszugehörigkeit: Manche Betriebe zahlen übertarifliche Zuschläge für langjährige, zuverlässige Mitarbeitende.
  • Zusatzqualifikationen: Schulungen etwa zu Hygienestandards (siehe HACCP in der Gastronomiereinigung) oder Spezialverfahren können den Wechsel in eine höhere Lohngruppe erleichtern.

Warum das für Kunden relevant ist

Ein Aspekt wird bei der Anbieterwahl oft übersehen: Die Bezahlung des Personals ist ein direktes Qualitätssignal. Ein Angebot, das rechnerisch kaum über dem Mindestlohn liegen kann, wenn man Sozialabgaben und Verwaltungskosten einrechnet, deutet häufig auf Unterbezahlung oder Schwarzarbeit hin – mit Haftungsrisiken für den Auftraggeber. Wer dagegen nachweislich nach Tarif zahlt, hat in der Regel auch geringere Personalfluktuation, was sich direkt in gleichbleibender Reinigungsqualität niederschlägt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Mindestlohn in der Gebäudereinigung 2026?
Für die Innen- und Unterhaltsreinigung liegt der tarifliche Mindestlohn 2026 bei 14,25 Euro brutto pro Stunde, einheitlich für ganz Deutschland festgelegt und für allgemeinverbindlich erklärt.
Verdienen Glasreiniger mehr als Unterhaltsreiniger?
Ja, deutlich. Glas- und Fassadenreinigung wird in einer höheren Lohngruppe eingestuft, da zusätzliche Qualifikation, Arbeiten in der Höhe und der Einsatz von Spezialtechnik verlangt werden. Der Stundenlohn liegt spürbar über dem der klassischen Unterhaltsreinigung.
Warum sollten Kunden auf tarifgerechte Bezahlung achten?
Weil sie ein verlässliches Qualitätsindiz ist. Firmen, die ihr Personal fair bezahlen, haben tendenziell weniger Fluktuation, besser eingearbeitetes Personal und geringeres Risiko für Schwarzarbeit-Haftungsfälle beim Auftraggeber.
Gibt es noch Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland beim Lohn?
Nein, die frühere regionale Differenzierung ist inzwischen aufgehoben. Der tarifliche Mindestlohn der Branche gilt bundesweit einheitlich.
Wie kann eine Reinigungskraft in eine höhere Lohngruppe aufsteigen?
Über Zusatzqualifikationen, etwa Schulungen in Glas- und Fassadenreinigung, Hygienestandards oder Sonderreinigungsverfahren, sowie durch den Aufstieg in Vorarbeiter- oder Objektleitungsfunktionen.

Fazit: Tariflohn schützt beide Seiten

Der Rahmentarifvertrag sorgt in der Gebäudereinigung für verbindliche, nachvollziehbare Löhne, von 14,25 Euro in der Einstiegsgruppe bis über 18 Euro in spezialisierten Bereichen. Für Kunden lohnt sich der Blick auf die Bezahlung nicht nur aus fairem Interesse, sondern als direktes Warnsignal für die tatsächliche Seriosität eines Anbieters.

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Redaktion Reinigungsvergleich
Unabhängige Redaktion
Veröffentlicht am 5. Juli 2026

Unsere Redaktion besteht aus Branchenexpert:innen mit mehrjähriger Erfahrung im deutschen Reinigungsmarkt. Wir recherchieren unabhängig, prüfen Anbieter persönlich und veröffentlichen ohne bezahlte Platzierungen. Jeder Beitrag durchläuft eine zweistufige Qualitätsprüfung, bevor er online geht.

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