Das Gebäudereiniger-Handwerk ist eines der wenigen Branchen in Deutschland mit einem staatlich für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrag. Das bedeutet: Der Lohn ist nicht Verhandlungssache, sondern verbindlich geregelt, unabhängig davon, ob ein Betrieb tarifgebunden ist oder nicht. Wer wissen will, was eine Reinigungskraft 2026 verdient, findet die Antwort direkt im Tarifwerk, nicht in vagen Gehaltsschätzungen.
Die tariflichen Lohngruppen im Überblick
Der Rahmentarifvertrag für die gewerblichen Beschäftigten in der Gebäudereinigung, ausgehandelt zwischen dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und der Gewerkschaft IG BAU, unterteilt die Tätigkeiten in Lohngruppen mit unterschiedlicher Bezahlung.
- Lohngruppe 1 – Unterhaltsreinigung: Klassische laufende Reinigung von Büros, Treppenhäusern, Praxen. Dies ist die Einstiegsgruppe und entspricht dem gesetzlichen Mindestlohn für die Branche.
- Höhere Lohngruppen – Glas- und Fassadenreinigung: Reinigung in Höhen, an Fassaden oder mit Spezialtechnik wird deutlich höher vergütet, da zusätzliche Qualifikation und höheres Risiko verlangt werden.
- Vorarbeiter und Objektleitung: Wer Teams koordiniert oder ganze Objekte verantwortet, steigt in eine eigene, klar abgegrenzte Vergütungsstufe auf.
Was ein Vollzeitgehalt konkret bedeutet
Bei einer Vollzeitstelle mit rund 174 bis 176 Stunden im Monat ergibt sich in Lohngruppe 1 ein Bruttogehalt von etwa 2.480 bis 2.510 Euro. In den höheren Lohngruppen für Glas- und Fassadenreinigung liegt das Bruttogehalt bei vergleichbarer Stundenzahl entsprechend bei rund 2.800 bis 3.200 Euro. Viele Beschäftigte in der Branche arbeiten allerdings in Teilzeit oder im Rahmen mehrerer kleinerer Reinigungsobjekte, wodurch sich das tatsächliche Monatseinkommen individuell stark unterscheidet.
Was das Gehalt zusätzlich beeinflusst
- Zuschläge: Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit werden zusätzlich zum Grundlohn vergütet.
- Erschwerniszulagen: Für besonders schmutzintensive oder belastende Tätigkeiten kann eine Zulage anfallen.
- Betriebszugehörigkeit: Manche Betriebe zahlen übertarifliche Zuschläge für langjährige, zuverlässige Mitarbeitende.
- Zusatzqualifikationen: Schulungen etwa zu Hygienestandards (siehe HACCP in der Gastronomiereinigung) oder Spezialverfahren können den Wechsel in eine höhere Lohngruppe erleichtern.
Warum das für Kunden relevant ist
Ein Aspekt wird bei der Anbieterwahl oft übersehen: Die Bezahlung des Personals ist ein direktes Qualitätssignal. Ein Angebot, das rechnerisch kaum über dem Mindestlohn liegen kann, wenn man Sozialabgaben und Verwaltungskosten einrechnet, deutet häufig auf Unterbezahlung oder Schwarzarbeit hin – mit Haftungsrisiken für den Auftraggeber. Wer dagegen nachweislich nach Tarif zahlt, hat in der Regel auch geringere Personalfluktuation, was sich direkt in gleichbleibender Reinigungsqualität niederschlägt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Mindestlohn in der Gebäudereinigung 2026?
Verdienen Glasreiniger mehr als Unterhaltsreiniger?
Warum sollten Kunden auf tarifgerechte Bezahlung achten?
Gibt es noch Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland beim Lohn?
Wie kann eine Reinigungskraft in eine höhere Lohngruppe aufsteigen?
Fazit: Tariflohn schützt beide Seiten
Der Rahmentarifvertrag sorgt in der Gebäudereinigung für verbindliche, nachvollziehbare Löhne, von 14,25 Euro in der Einstiegsgruppe bis über 18 Euro in spezialisierten Bereichen. Für Kunden lohnt sich der Blick auf die Bezahlung nicht nur aus fairem Interesse, sondern als direktes Warnsignal für die tatsächliche Seriosität eines Anbieters.
Beantworten Sie 7 kurze Fragen – wir vermitteln Ihnen kostenlos geprüfte Anbieter, die nachweislich nach Tarif zahlen.



