Ein Gästewechsel in einer Ferienwohnung kostet zwischen 40 und 120 Euro reine Reinigung, je nach Größe und ob Wäsche dazukommt. Die meisten Gastgeber setzen ihre Endreinigungspauschale trotzdem nach Gefühl an, orientieren sich an dem, was in der Nachbarschaft steht, und wundern sich später, warum bei hoher Auslastung nichts hängen bleibt. Dabei ist die Rechnung überschaubar: Es geht um Zeit, um Wäsche und um ein Zeitfenster, das kürzer ist als bei jeder anderen Reinigungsart. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie beides sauber trennen und die Pauschale so ansetzen, dass sie den Aufwand deckt.
Was kostet ein Gästewechsel?
Die Reinigung zwischen zwei Buchungen wird nach Aufwand kalkuliert, nicht nach Quadratmetern. Der Grund: Eine 40-Quadratmeter-Wohnung mit Küche, Bad und vier Schlafplätzen macht mehr Arbeit als ein doppelt so großes Apartment ohne Küche.
Die mittlere Zahl ist hergeleitet, nicht geraten: Zwei bis vier Stunden Arbeitszeit zum marktüblichen Stundensatz einer Reinigungsfirma von 20 bis 30 Euro ergeben 40 bis 120 Euro. Rechnen Sie mit dem oberen Rand, wenn Küche und Bad intensiv genutzt werden, und mit dem unteren, wenn es sich um ein kleines Apartment ohne Kochgelegenheit handelt.
| Objekt | Zeitbedarf je Wechsel | Reinigung ohne Wäsche |
|---|---|---|
| Apartment bis 35 m², Dusche, Kochnische | 1,5 bis 2,5 h | 30 bis 75 € |
| Ferienwohnung 45 bis 70 m², 2 Schlafzimmer | 2 bis 4 h | 40 bis 120 € |
| Ferienhaus ab 90 m², 2 Bäder | 4 bis 6 h | 80 bis 180 € |
| Grundreinigung zum Saisonende | nach Fläche | 4 bis 7 € pro m² |
Die Grundreinigung am Saisonende ist ein eigener Posten und folgt der Preislogik der klassischen Endreinigung beim Auszug: Fenster, Backofen, Kühlschrank abtauen, Fugen, Polster. Wer sie einmal im Jahr einplant, hält den Aufwand je Wechsel niedrig.
Warum das Zeitfenster den Preis bestimmt
Der Unterschied zu jeder anderen Reinigung liegt hier. Abreise um 10 Uhr, Anreise um 15 Uhr: Dazwischen liegen fünf Stunden, in denen alles fertig sein muss, inklusive Wäsche. Verzögert sich die Abreise, schrumpft das Fenster auf drei Stunden.
Das hat drei Konsequenzen für die Kalkulation:
- Keine Pufferzeit. Eine Reinigungskraft kann den Auftrag nicht auf den Nachmittag schieben. Diese Unflexibilität kostet Aufschlag.
- Samstage sind Spitzenlast. In Ferienregionen wechseln fast alle Objekte am selben Tag. Wer nur samstags braucht, konkurriert mit allen anderen.
- Ausfall trifft sofort. Fällt die Reinigungskraft aus, steht der Gast vor einer ungemachten Wohnung. Eine zugesagte Vertretung ist hier mehr wert als ein paar Euro Preisunterschied.
Wie Sie die Endreinigungspauschale ansetzen
Die Pauschale, die der Gast zahlt, ist eine eigene Entscheidung und nicht einfach die Rechnung der Reinigungskraft. Sie hat zwei Aufgaben: Sie soll die Kosten decken und darf die Buchung nicht verhindern.
Rechnen Sie in dieser Reihenfolge:
- Reinigung je Wechsel aus der Tabelle oben, für Ihre Objektgröße
- Wäsche je Wechsel, entweder Servicepreis oder Ihre eigene Zeit
- Verbrauchsmaterial: Reiniger, Müllbeutel, Kaffee, Seife, Toilettenpapier
- Ihre eigene Zeit für Schlüsselübergabe, Kontrolle und Kommunikation
- Anteil der Grundreinigung, also die Jahreskosten geteilt durch die Zahl der Buchungen
Erst die Summe ist Ihre Untergrenze. Wer nur Punkt 1 ansetzt, arbeitet bei jedem Wechsel gegen sich selbst.
Eine Faustregel aus der Praxis: Liegt die Pauschale deutlich über einer Übernachtung, springen Kurzbucher ab. Deshalb rechnen viele Gastgeber die Differenz in den Übernachtungspreis ein, statt die Pauschale immer weiter zu erhöhen. Bei Aufenthalten ab einer Woche fällt sie ohnehin kaum ins Gewicht.
Feste Kraft oder Firma?
Beide Wege funktionieren, sie scheitern nur an unterschiedlichen Stellen.
Eine feste Reinigungskraft vor Ort kennt das Objekt, merkt Schäden früher und ist meist günstiger. Sie brauchen dafür allerdings eine ordentliche Anmeldung, und Sie tragen das Ausfallrisiko allein. Bei einem Objekt mit wenigen Wechseln pro Monat ist das der pragmatische Weg.
Eine Reinigungsfirma kostet mehr pro Wechsel, stellt aber Vertretung, ist versichert und rechnet nachvollziehbar ab. Ab mehreren Objekten oder bei durchgehender Saison ist das meist die stabilere Lösung. Achten Sie im Vertrag auf eine ausdrückliche Vertretungsregelung, sonst kaufen Sie den Hauptvorteil nicht mit ein.
Wie sich Reinigungsintervalle grundsätzlich bemessen, wenn nicht der Gästewechsel den Takt vorgibt, steht im Ratgeber Wie oft die Wohnung putzen. Die Kalkulationslogik im gewerblichen Beherbergungsbetrieb erklärt der Ratgeber zur Hotelreinigung, dort wird pro Abreisezimmer gerechnet.
Qualität prüfen, ohne vor Ort zu sein
Die meisten Gastgeber wohnen nicht am Objekt. Drei Dinge haben sich bewährt:
- Fotoprotokoll nach jedem Wechsel. Zwei bis vier Bilder von Bad, Küche und Betten, per Nachrichtendienst geschickt. Das dauert eine Minute und klärt jede spätere Diskussion.
- Checkliste am Objekt. Eine laminierte Liste mit den Punkten, die erfahrungsgemäß vergessen werden: Kühlschrankdichtung, Duschabfluss, Fernbedienung, Fensterbank.
- Stichprobe zweimal im Jahr. Einmal unangekündigt, einmal zusammen mit der Grundreinigung. Wer nie kontrolliert, merkt das Abrutschen erst an der Bewertung.
Für die jährliche Tiefenreinigung lohnt der Blick auf die Grundreinigung, die im Leistungsumfang deutlich über den Gästewechsel hinausgeht.
Fazit: rechnen Sie den Wechsel, nicht die Quadratmeter
Die Endreinigung einer Ferienwohnung ist keine Frage der Fläche, sondern der Ausstattung und des Zeitfensters. Wer zwei bis vier Stunden je Wechsel ansetzt, Wäsche als eigenen Posten führt und die jährliche Grundreinigung anteilig einrechnet, kommt auf eine Pauschale, die trägt.
Der häufigste Fehler ist nicht ein zu niedriger Stundensatz, sondern die vergessene eigene Arbeitszeit. Schlüsselübergabe, Kontrolle, Nachbestellung und Kommunikation summieren sich über eine Saison auf mehr, als die meisten Gastgeber vermuten.
Was kostet die Reinigung zwischen zwei Gästen?
Wie hoch darf die Endreinigungspauschale sein?
Was darf ich vom Gast an Reinigung verlangen?
Lohnt sich eine feste Reinigungskraft oder eine Firma?
Wie oft braucht eine Ferienwohnung eine Grundreinigung?
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