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Frisch bezogenes Bett mit ordentlich gerollten weißen Handtüchern in einer Ferienwohnung
Privathaushalt

Ferienwohnung: Endreinigung richtig kalkulieren

7. September 20268 min Lesezeit

Was der Gästewechsel wirklich kostet, wie Sie die Endreinigungspauschale sauber kalkulieren und warum das knappe Zeitfenster den Preis bestimmt.

Ein Gästewechsel in einer Ferienwohnung kostet zwischen 40 und 120 Euro reine Reinigung, je nach Größe und ob Wäsche dazukommt. Die meisten Gastgeber setzen ihre Endreinigungspauschale trotzdem nach Gefühl an, orientieren sich an dem, was in der Nachbarschaft steht, und wundern sich später, warum bei hoher Auslastung nichts hängen bleibt. Dabei ist die Rechnung überschaubar: Es geht um Zeit, um Wäsche und um ein Zeitfenster, das kürzer ist als bei jeder anderen Reinigungsart. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie beides sauber trennen und die Pauschale so ansetzen, dass sie den Aufwand deckt.

Was kostet ein Gästewechsel?

Die Reinigung zwischen zwei Buchungen wird nach Aufwand kalkuliert, nicht nach Quadratmetern. Der Grund: Eine 40-Quadratmeter-Wohnung mit Küche, Bad und vier Schlafplätzen macht mehr Arbeit als ein doppelt so großes Apartment ohne Küche.

2 bis 4 h
Zeitbedarf je Wechsel, 45 bis 70 m²
40 bis 120 €
Reinigung je Wechsel, ohne Wäsche
4 bis 7 €
Pro m² bei der Grundreinigung zum Saisonende

Die mittlere Zahl ist hergeleitet, nicht geraten: Zwei bis vier Stunden Arbeitszeit zum marktüblichen Stundensatz einer Reinigungsfirma von 20 bis 30 Euro ergeben 40 bis 120 Euro. Rechnen Sie mit dem oberen Rand, wenn Küche und Bad intensiv genutzt werden, und mit dem unteren, wenn es sich um ein kleines Apartment ohne Kochgelegenheit handelt.

ObjektZeitbedarf je WechselReinigung ohne Wäsche
Apartment bis 35 m², Dusche, Kochnische1,5 bis 2,5 h30 bis 75 €
Ferienwohnung 45 bis 70 m², 2 Schlafzimmer2 bis 4 h40 bis 120 €
Ferienhaus ab 90 m², 2 Bäder4 bis 6 h80 bis 180 €
Grundreinigung zum Saisonendenach Fläche4 bis 7 € pro m²

Die Grundreinigung am Saisonende ist ein eigener Posten und folgt der Preislogik der klassischen Endreinigung beim Auszug: Fenster, Backofen, Kühlschrank abtauen, Fugen, Polster. Wer sie einmal im Jahr einplant, hält den Aufwand je Wechsel niedrig.

Warum das Zeitfenster den Preis bestimmt

Der Unterschied zu jeder anderen Reinigung liegt hier. Abreise um 10 Uhr, Anreise um 15 Uhr: Dazwischen liegen fünf Stunden, in denen alles fertig sein muss, inklusive Wäsche. Verzögert sich die Abreise, schrumpft das Fenster auf drei Stunden.

Das hat drei Konsequenzen für die Kalkulation:

  1. Keine Pufferzeit. Eine Reinigungskraft kann den Auftrag nicht auf den Nachmittag schieben. Diese Unflexibilität kostet Aufschlag.
  2. Samstage sind Spitzenlast. In Ferienregionen wechseln fast alle Objekte am selben Tag. Wer nur samstags braucht, konkurriert mit allen anderen.
  3. Ausfall trifft sofort. Fällt die Reinigungskraft aus, steht der Gast vor einer ungemachten Wohnung. Eine zugesagte Vertretung ist hier mehr wert als ein paar Euro Preisunterschied.

Wie Sie die Endreinigungspauschale ansetzen

Die Pauschale, die der Gast zahlt, ist eine eigene Entscheidung und nicht einfach die Rechnung der Reinigungskraft. Sie hat zwei Aufgaben: Sie soll die Kosten decken und darf die Buchung nicht verhindern.

Rechnen Sie in dieser Reihenfolge:

  1. Reinigung je Wechsel aus der Tabelle oben, für Ihre Objektgröße
  2. Wäsche je Wechsel, entweder Servicepreis oder Ihre eigene Zeit
  3. Verbrauchsmaterial: Reiniger, Müllbeutel, Kaffee, Seife, Toilettenpapier
  4. Ihre eigene Zeit für Schlüsselübergabe, Kontrolle und Kommunikation
  5. Anteil der Grundreinigung, also die Jahreskosten geteilt durch die Zahl der Buchungen

Erst die Summe ist Ihre Untergrenze. Wer nur Punkt 1 ansetzt, arbeitet bei jedem Wechsel gegen sich selbst.

Eine Faustregel aus der Praxis: Liegt die Pauschale deutlich über einer Übernachtung, springen Kurzbucher ab. Deshalb rechnen viele Gastgeber die Differenz in den Übernachtungspreis ein, statt die Pauschale immer weiter zu erhöhen. Bei Aufenthalten ab einer Woche fällt sie ohnehin kaum ins Gewicht.

Feste Kraft oder Firma?

Beide Wege funktionieren, sie scheitern nur an unterschiedlichen Stellen.

Eine feste Reinigungskraft vor Ort kennt das Objekt, merkt Schäden früher und ist meist günstiger. Sie brauchen dafür allerdings eine ordentliche Anmeldung, und Sie tragen das Ausfallrisiko allein. Bei einem Objekt mit wenigen Wechseln pro Monat ist das der pragmatische Weg.

Eine Reinigungsfirma kostet mehr pro Wechsel, stellt aber Vertretung, ist versichert und rechnet nachvollziehbar ab. Ab mehreren Objekten oder bei durchgehender Saison ist das meist die stabilere Lösung. Achten Sie im Vertrag auf eine ausdrückliche Vertretungsregelung, sonst kaufen Sie den Hauptvorteil nicht mit ein.

Wie sich Reinigungsintervalle grundsätzlich bemessen, wenn nicht der Gästewechsel den Takt vorgibt, steht im Ratgeber Wie oft die Wohnung putzen. Die Kalkulationslogik im gewerblichen Beherbergungsbetrieb erklärt der Ratgeber zur Hotelreinigung, dort wird pro Abreisezimmer gerechnet.

Qualität prüfen, ohne vor Ort zu sein

Die meisten Gastgeber wohnen nicht am Objekt. Drei Dinge haben sich bewährt:

  • Fotoprotokoll nach jedem Wechsel. Zwei bis vier Bilder von Bad, Küche und Betten, per Nachrichtendienst geschickt. Das dauert eine Minute und klärt jede spätere Diskussion.
  • Checkliste am Objekt. Eine laminierte Liste mit den Punkten, die erfahrungsgemäß vergessen werden: Kühlschrankdichtung, Duschabfluss, Fernbedienung, Fensterbank.
  • Stichprobe zweimal im Jahr. Einmal unangekündigt, einmal zusammen mit der Grundreinigung. Wer nie kontrolliert, merkt das Abrutschen erst an der Bewertung.

Für die jährliche Tiefenreinigung lohnt der Blick auf die Grundreinigung, die im Leistungsumfang deutlich über den Gästewechsel hinausgeht.

Fazit: rechnen Sie den Wechsel, nicht die Quadratmeter

Die Endreinigung einer Ferienwohnung ist keine Frage der Fläche, sondern der Ausstattung und des Zeitfensters. Wer zwei bis vier Stunden je Wechsel ansetzt, Wäsche als eigenen Posten führt und die jährliche Grundreinigung anteilig einrechnet, kommt auf eine Pauschale, die trägt.

Der häufigste Fehler ist nicht ein zu niedriger Stundensatz, sondern die vergessene eigene Arbeitszeit. Schlüsselübergabe, Kontrolle, Nachbestellung und Kommunikation summieren sich über eine Saison auf mehr, als die meisten Gastgeber vermuten.

Was kostet die Reinigung zwischen zwei Gästen?
Für eine Ferienwohnung mit 45 bis 70 Quadratmetern liegt der Aufwand bei zwei bis vier Stunden, was bei marktüblichen Stundensätzen 40 bis 120 Euro reine Reinigung ergibt. Wäsche, Verbrauchsmaterial und Ihre eigene Zeit für Übergabe und Kontrolle kommen hinzu und gehören in die Pauschale.
Wie hoch darf die Endreinigungspauschale sein?
Eine feste Obergrenze gibt es nicht, sie muss aber im Verhältnis zum Preis stehen. Liegt die Pauschale deutlich über einer Übernachtung, springen Kurzbucher ab. Viele Gastgeber rechnen die Differenz deshalb in den Übernachtungspreis ein, statt die Pauschale weiter zu erhöhen.
Was darf ich vom Gast an Reinigung verlangen?
Üblich und akzeptiert sind Geschirr spülen, Müll mitnehmen und Betten abziehen. Wer eine Endreinigungspauschale erhebt, schuldet die eigentliche Reinigung selbst. Zusätzliche Pflichten wie Backofen putzen oder Böden wischen führen regelmäßig zu Streit und schlechten Bewertungen.
Lohnt sich eine feste Reinigungskraft oder eine Firma?
Eine feste Kraft vor Ort ist günstiger und kennt das Objekt, Sie tragen aber das Ausfallrisiko und müssen sie ordentlich anmelden. Eine Firma kostet mehr pro Wechsel, stellt dafür Vertretung und ist versichert. Ab mehreren Objekten oder durchgehender Saison ist die Firma meist die stabilere Lösung.
Wie oft braucht eine Ferienwohnung eine Grundreinigung?
Einmal jährlich zum Saisonende ist der übliche Rhythmus, bei ganzjähriger Vermietung eher halbjährlich. Sie umfasst Fenster, Backofen, Kühlschrank, Fugen und Polster, also alles, wofür im Zeitfenster zwischen zwei Buchungen kein Platz ist. Die Kosten richten sich nach der Fläche und liegen bei 4 bis 7 Euro pro Quadratmeter.

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Redaktion Reinigungsvergleich
Unabhängige Redaktion
Veröffentlicht am 7. September 2026

Unsere Redaktion recherchiert unabhängig und prüft jeden Anbieter anhand eines dokumentierten Kriterienkatalogs (Versicherungsnachweis, Steuerunterlagen, Referenzkundengespräche), bevor er empfohlen wird. Wir veröffentlichen ohne bezahlte Platzierungen.

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