Die technische Trocknung nach einem Wasserschaden kostet für einen kompletten Raum zwischen 800 und 2.500 Euro, bei durchfeuchteter Estrichdämmschicht zwischen 2.000 und 6.000 Euro. Wie hoch die Rechnung ausfällt, entscheidet sich meist in den ersten Tagen nach dem Schaden. Wer das Wasser schnell stoppt, den Zustand dokumentiert und die Versicherung informiert, bevor ein Betrieb beauftragt wird, vermeidet die teuersten Folgefehler. Dieser Ratgeber zeigt, woraus sich die Kosten der Wasserschadenbeseitigung zusammensetzen, wie der Ablauf aussieht und wer am Ende zahlt.
Was kostet die Trocknung nach einem Wasserschaden?
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Feuchtemessung und Erstbegutachtung | 100 bis 300 € |
| Leckortung der undichten Stelle | 300 bis 700 € |
| Bautrockner Miete | 15 bis 35 € pro Tag und Gerät |
| Stromkosten je Trocknungsgerät | 2 bis 5 € pro Tag |
| Komplette Raumtrocknung | 800 bis 2.500 € |
| Trocknung der Estrichdämmschicht | 2.000 bis 6.000 € |
Die Spanne wirkt groß, hat aber eine klare Logik. Eine oberflächlich durchfeuchtete Wand trocknet mit zwei Geräten in einer Woche. Ist dagegen Wasser unter den Estrich in die Dämmschicht gelaufen, muss diese Schicht separat getrocknet werden. Das dauert länger, braucht Spezialgeräte und erklärt den Sprung auf 2.000 bis 6.000 Euro. Eine allgemeine Einordnung typischer Preise finden Sie in unserer Kostenübersicht.
Wie setzen sich die Kosten für die Bautrocknung zusammen?
Seriöse Betriebe rechnen die Trocknung nach Gerätetagen ab, nicht nach Bauchgefühl. Ein Rechenbeispiel für einen mittelgroßen Wohnraum mit drei Geräten über 14 Tage macht das nachvollziehbar:
- Gerätetage: 3 Geräte × 14 Tage = 42 Gerätetage
- Miete: 42 × 15 Euro = 630 Euro, im oberen Bereich 42 × 35 Euro = 1.470 Euro
- Strom: 42 × 2 Euro = 84 Euro, im oberen Bereich 42 × 5 Euro = 210 Euro
- Zwischensumme Geräte und Strom: 714 bis 1.680 Euro
Dazu kommen die Erstbegutachtung mit 100 bis 300 Euro sowie, falls die Ursache unklar ist, die Leckortung mit 300 bis 700 Euro. So landet ein typischer Fall bei den genannten 800 bis 2.500 Euro für die komplette Raumtrocknung. Kommt Rückbau hinzu, etwa das Entfernen von Laminat, Sockelleisten oder feuchtem Putz, wird das gesondert berechnet.
Die Stromkosten laufen über den Hausanschluss, also zunächst über Ihre eigene Rechnung. Notieren Sie deshalb Zählerstände zu Beginn und am Ende der Trocknung. Viele Versicherer erstatten diesen Anteil gegen Nachweis, das sollten Sie aber vorher schriftlich klären.
Wie läuft die Trocknung nach einem Wasserschaden ab?
- Wasser stoppen: Haupthahn zudrehen, bei Schäden an Elektroleitungen zusätzlich die betroffenen Sicherungen ausschalten.
- Schaden dokumentieren: Fotos und kurze Videos von jedem betroffenen Raum, bevor Sie etwas wegräumen. Nasse Möbel und beschädigte Gegenstände einzeln fotografieren.
- Versicherung melden: Den Schaden vor der Beauftragung eines Betriebs melden und die Schadennummer notieren.
- Leckortung: Ist die Ursache nicht sichtbar, ortet ein Fachbetrieb die undichte Stelle mit Thermografie, Feuchtemessung oder Druckprüfung, statt Wände auf Verdacht zu öffnen.
- Trocknung aufbauen: Kondens- oder Adsorptionstrockner, Ventilatoren und bei Estrichschäden Geräte für die Dämmschichttrocknung. Der Betrieb hält Gerätezahl und geplante Laufzeit schriftlich fest.
- Nachmessung und Abschluss: Regelmäßige Messprotokolle während der Laufzeit und eine Abschlussmessung, die die erreichte Trocknung belegt.
Wer zahlt die Trocknung: Versicherung, Vermieter oder Eigentümer?
Bei einem Leitungswasserschaden greift in der Regel die Gebäudeversicherung für alles, was fest zum Gebäude gehört, also Estrich, Wände, Putz und fest verlegte Bodenbeläge. Die Hausratversicherung deckt bewegliche Gegenstände wie Möbel, Teppiche und Elektrogeräte. Wer welchen Schaden meldet, hängt davon ab, ob Sie mieten oder besitzen.
| Situation | Wer meldet | Wer trägt üblicherweise |
|---|---|---|
| Mietwohnung, Schaden am Gebäude | Vermieter | Gebäudeversicherung des Vermieters |
| Mietwohnung, beschädigte Möbel | Mieter | Hausratversicherung des Mieters |
| Eigentumswohnung, Gemeinschaftseigentum | WEG-Verwaltung | Gebäudeversicherung der WEG |
| Eigentumswohnung, Sondereigentum | Eigentümer | Eigentümer beziehungsweise sein Versicherer |
| Selbst genutztes Haus | Eigentümer | Gebäude- und Hausratversicherung |
Als Mieter sind Sie verpflichtet, den Schaden dem Vermieter unverzüglich anzuzeigen. Die Beauftragung der Trocknung übernimmt dann meist der Vermieter oder die Hausverwaltung. Bleibt die Wohnung wegen der laufenden Geräte nur eingeschränkt nutzbar, kann je nach Einzelfall eine Mietminderung in Betracht kommen. Das sollten Sie schriftlich ankündigen und im Zweifel rechtlich prüfen lassen.
Warum Selbsttrocknung mit Heizlüfter meist scheitert
Ein Heizlüfter erwärmt Luft, entzieht dem Bauteil aber kein Wasser. Die Feuchtigkeit wandert stattdessen in die Raumluft und schlägt sich an kälteren Stellen nieder, etwa an Außenwänden, Fensterlaibungen oder hinter Schränken. Genau dort entsteht dann der Schaden, den Sie eigentlich verhindern wollten. Dazu kommen Stromkosten, die bei Dauerbetrieb schnell im Bereich der Gerätemiete liegen.
Der zweite Punkt ist der Nachweis. Ohne Feuchtemessung vorher und nachher können Sie nicht belegen, dass die Bausubstanz wirklich trocken ist. Fehlt dieses Protokoll, wird es später schwierig, wenn Sie die Wohnung verkaufen, vermieten oder einen Folgeschaden regulieren lassen möchten.
Was passiert, wenn die Trocknung zu früh abgebrochen wird?
Die übliche Trocknungsdauer liegt bei 7 bis 21 Tagen. Wer nach einer Woche abbricht, weil sich die Oberfläche trocken anfühlt, spart die Miete für die zweite Woche. Bei drei Geräten sind das 3 × 7 × 15 Euro = 315 Euro bis 3 × 7 × 35 Euro = 735 Euro. Dafür bleibt Restfeuchte im Bauteil zurück. Aus Restfeuchte entsteht in geschlossenen Aufbauten häufig Schimmel, und eine Schimmelsanierung kostet regelmäßig ein Vielfaches der eingesparten Gerätetage.
Ein weiteres Warnsignal ist Geruch. Riecht es nach dem Abbau der Geräte muffig oder erdig, ist die Trocknung meist nicht abgeschlossen. Lassen Sie in diesem Fall nachmessen, bevor Bodenbeläge oder Trockenbau wieder verschlossen werden.
Woran erkennen Sie einen seriösen Trocknungsbetrieb?
- Feuchtemessung vor Angebotsabgabe, kein Festpreis am Telefon ohne Ortstermin
- Schriftlicher Trocknungsplan mit Gerätetyp, Gerätezahl und geplanter Laufzeit
- Abrechnung nach Gerätetagen, nachvollziehbar auf der Rechnung aufgeschlüsselt
- Messprotokolle während der Laufzeit, nicht nur am Ende
- Erfahrung mit der Versicherungsabwicklung, viele Betriebe rechnen direkt mit dem Versicherer ab
Wenn ein Anbieter auf Vorkasse besteht, keine Messwerte liefert oder Sie zur sofortigen Unterschrift drängt, sollten Sie ein zweites Angebot einholen. Die typischen Warnsignale unseriöser Anbieter gelten bei Wasserschäden besonders, weil unter Zeitdruck weniger genau verglichen wird.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Trocknung nach einem Wasserschaden?
Wie lange dauert eine Bautrocknung?
Wer zahlt die Stromkosten für die Trocknungsgeräte?
Zahlt die Versicherung die Trocknung nach einem Leitungswasserschaden?
Reicht ein Heizlüfter zum Trocknen aus?
Fazit: Schnell melden, messen lassen, nach Gerätetagen abrechnen
Die Trocknung nach einem Wasserschaden kostet 800 bis 2.500 Euro für einen Raum, bei betroffener Estrichdämmschicht 2.000 bis 6.000 Euro. Den größten Einfluss auf die Rechnung haben nicht die Tagespreise der Geräte, sondern die Reihenfolge Ihrer Schritte: Wasser stoppen, dokumentieren, Versicherung melden, dann beauftragen. Bestehen Sie auf Feuchtemessung, schriftlichem Trocknungsplan und Abrechnung nach Gerätetagen. Und brechen Sie die Trocknung nicht ab, solange die Messwerte es nicht hergeben. Die eingesparten Gerätetage kosten Sie sonst ein Vielfaches an Sanierung.
Beantworten Sie 8 kurze Fragen, wir vermitteln Ihnen kostenlos geprüfte Anbieter aus Ihrer Region.



